Faldera : Anlieger fürchten mehr Verkehr

Noch ist hier eine Pferdekoppel:  Etwa an dieser Stelle soll die Fritz-Klatt-Straße später in die Wasbeker Straße (rechts) münden. Im Hintergrund ist das Haus Wasbeker Straße 309 zu sehen. Die Anlieger der Wasbeker Straße überlegen, dem Investor einen Grünstreifen abzukaufen, der hinter ihren Gärten verläuft. Die Stadt hat nichts dagegen.
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Noch ist hier eine Pferdekoppel: Etwa an dieser Stelle soll die Fritz-Klatt-Straße später in die Wasbeker Straße (rechts) münden. Im Hintergrund ist das Haus Wasbeker Straße 309 zu sehen. Die Anlieger der Wasbeker Straße überlegen, dem Investor einen Grünstreifen abzukaufen, der hinter ihren Gärten verläuft. Die Stadt hat nichts dagegen.

Die Pläne für ein neues Wohngebiet an der Wasbeker Straße stoßen auf Skepsis. Die Stadtteilbeiräte sind dafür. Neue Straße als Knackpunkt

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25. Juli 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | Das geplante neue Baugebiet an der Wasbeker Straße im westlichen Faldera hat am Donnerstagabend die erste Hürde genommen. Rund 50 Zuhörer, Lokalpolitiker und Anlieger ließen sich auf der Bürgeranhörung in der Gemeinschaftsschule Faldera über die Bedingungen und Folgen des neuen Wohnquartiers aufklären. Während die beiden Stadtteilbeiräte grundsätzlich Zustimmung signalisierten, zeigten sich Anlieger und Nachbarn den Plänen gegen über skeptisch bis ablehnend.

Ein privater Investor will auf dem bislang als Feld und Pferdekoppel genutzten Areal zwischen Wasbeker Straße und dem bereits Ende der 90er-Jahre entwickelten Baugebiet am Wernershagener Weg rund 50 weitere Baugrundstücke für den Ein- und Zweifamilienhausbau vermarkten. Die Grundstücke sollen zwischen 500 und 700 Quadratmeter groß sein. Das rund 3,5 Hektar große Gelände zwischen den beiden Kleingartenanlagen „Glückauf“ und „Heinrich Förster“ ist bereits im Besitz des Itzehoer Unternehmers (der Courier berichtete).

Stadtplaner Bernd Heilmann begründete die Planungen in der Sitzung mit der anhaltend großen Nachfrage nach entsprechenden Baugrundstücken. Derzeit gebe es bei der Stadt eine Warteliste von rund 100 Bauwilligen. Bis 2025 rechne man mit einem Bedarf von rund 200 neuen Ein- und Zweifamilienhäusern. Die Stadt könne Bauwilligen derzeit aber nichts anbieten. „Will die Stadt verhindern, dass Bauwillige ins Umland ausweichen, müssen wir jetzt aktiv werden“, sagte Heilmann.

Aus Sicht der Stadt ist das jetzt ins Auge gefasste Baugebiet unter anderem wegen seiner strategisch günstigen Lage etwa zu Einkaufsmöglichkeiten und seiner Nähe zur Autobahn attraktiv.

Vor allem die geplante Erschließung des neues Baugebietes stieß bei den Anliegern auf Vorbehalte: Um die neuen Grundstücke anzubinden, wollen die Stadtplaner die derzeit noch an der Wiese endende Fritz-Klatt-Straße bis an die Wasbeker Straße fortführen.

Die Anwohner befürchten, dass die neue Verbindungsstraße als Abkürzung zwischen Wasbeker Straße und Wernershagener Weg missbraucht werden könnte. Sie fordern, die Straße von beiden Seiten zur Sackgasse zu machen.

Stadtplaner Bernd Heilmann hielt dagegen: Die neue Straße führe als Wohnstraße in mehreren Schleifen durch das bestehende und künftige Wohngebiet; für den Durchgangsverkehr bleibe der Schwarze Weg auf jeden Fall die attraktivere Strecke.

Ein Knackpunkt der Erschließung ist offenbar noch die Anbindung an die Wasbeker Straße. Ob eine weitere Ampel notwendig wird, wollte Heilmann noch nicht sagen: Das müsse ein Verkehrsgutachten klären. „Käme die Sackgasse, könnte man dort auf die Ampel verzichten“, kommentierte ein Anlieger.

Hausbesitzer an der Wasbeker Straße fürchten um den Wert ihrer Grundstücke, wenn statt der Koppeln künftig neue Wohngrundstücke an ihre Gärten stoßen. Sie wollen sich jetzt zusammenschließen, um dem Investor einen Grünstreifen abzuhandeln, der den Abstand zum neuen Baugebiet vergrößern soll. Den mit Bäumen bewachsenen Streifen hatten sie bis vor zwei Jahren gepachtet. Ein Kauf war damals nicht möglich, denn der Besitzer hatte auf das Vorkaufsrecht der Stadt verwiesen.

STANDPUNKT

Mehr Grün  kommt allen zugute

Der Plan hat Charme. Um  einen „natürlichen“ Abstand zu den künftigen Nachbarn zu bewahren, überlegen   acht Anlieger  an der Wasbeker Straße, die  mit Bäumen bewachsene  Grünfläche hinter ihren Häusern gemeinsam zu kaufen. Eine Fläche von etwa 13 mal 17 Metern  soll’s sein –  nicht viel,  aber für sie genug, um einen grünen Puffer zu bilden. Warum also  nicht?   –  Von der grünen Insel dürften auch die künftigen Nachbarn im neuen Wohngebiet profitieren, zumal  sie als  natürlicher Schallschutz gegen die Wasbeker Straße wirkt,   und auch drumherum  wird man nichts gegen  mehr Grün im Wohnquartier haben. Auch wenn’s schon spät ist: Planer und Investor  sollten sich einen Ruck   geben  und den Zuschnitt der Grundstücke noch einmal überdenken. Davon könnten dann alle Beteiligten profitieren.

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