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Verkehrsversuch : Anlieger fordern die Einbahnregel

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schützenstraße: Die Verkehrsschilder für die Einbahnstraße sind schon montiert, doch die Stadt wartet ab. Neue Zone 30 wird ignoriert.

shz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 07:15 Uhr

Der Verkehrsversuch auf dem Großflecken strahlt in die Nachbarstraßen aus. Lärmgeplagte Anlieger an der Schützenstraße fordern: Die Stadt soll den Verkehrsversuch endlich auch an ihrer Straße starten und den Abschnitt zwischen dem Mühlenhof und der Gartenstraße zur Einbahnstraße machen.

Die Schilder dafür sind längst montiert, aber zugehängt. Die Stadt hat das Thema vertagt, doch damit wollen sich die unmittelbar betroffenen Mieter nicht abfinden. „Das Verkehrsaufkommen ist immer mehr gestiegen und durch den gesperrten Großflecken noch größer geworden“, sagt Gesa Rudolph (75). Sie wohnt an der Gartenallee direkt zur Schützenstraße hin. Ihre Nachbarn Helmut Wittmaack (64), Gerda Poersel-Koschek (68) und Peter Koschek (69) sehen es auch so: „Man kommt sich vor, als ob man an der Autobahn wohnt.“ Zu den Stoßzeiten empfinden sie den Lärm als unerträglich – und die beginnen frühmorgens um 5 Uhr und reichen bis weit nach Mitternacht. „Man kann nicht bei offenem Fenster schlafen“, schimpft Gesa Rudolph.

Koschek: „Die Stadt weist unsere Beschwerden zurück und verweist auf Verkehrszählungen.“ Die Messungen mit in die Fahrbahn eingelassenen Induktionsschleifen ergaben 13 500 Fahrzeuge in der ersten August-Schulwoche. Das ist weniger als im August 2012, aber deutlich mehr als jetzt vor und in den Sommerferien.

„Der Verkehr an der Schützenstraße ist nur marginal um 10 bis 15 Prozent gestiegen“, sagt Verkehrsplaner Michael Köwer. Das sei weniger, als in den Simulationen vor dem Versuch errechnet wurde. Aufgrund der Bürgereingaben prüfe die Stadt aber zurzeit, ob der Einbahnstraßenabschnitt nun doch eingerichtet werde. Stadtsprecher Stephan Beitz sagte eine „zeitnahe Entscheidung“ zu.

Am Donnerstag, 5. September, ist der Verkehrsversuch auch Thema im Stadtteilbeirat. Dann wollen die Verkehrsversuch-Befürworter auch ein weiteres Problem ansprechen: Kaum ein Autofahrer hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Schützenstraße. Sie ist seit Mitte Juli vom Schleusberg bis zur Gartenstraße durchgehend als „Zone 30“ ausgewiesen. „Wenn ich hier mit 30 fahre, werde ich als Verkehrshindernis überholt“, sagt Helmut Wittmaack.

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