Alte Post : Anlieferung ohne schwere Sattelzüge

1400 Quadratmeter Platz für einen neuen Rewe-Supermarkt: Immobilienmakler Philipp Hennemann führte gestern durch die bereits weitgehend entkernte Alte-Post-Passage am Großflecken. Der Lichthof über der Halle soll erhalten bleiben, inwieweit er in den Markt integriert werden kann, steht aber noch nicht fest.
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1400 Quadratmeter Platz für einen neuen Rewe-Supermarkt: Immobilienmakler Philipp Hennemann führte gestern durch die bereits weitgehend entkernte Alte-Post-Passage am Großflecken. Der Lichthof über der Halle soll erhalten bleiben, inwieweit er in den Markt integriert werden kann, steht aber noch nicht fest.

Neuer Rewe-Supermarkt am Großflecken wird von kleinen Lkw versorgt. Investor sucht einen neuen Pächter für die Gastronomie

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29. Juli 2015, 08:15 Uhr

Neumünster | Gute Kunde für die Anlieger rund um die Alte-Post-Passage: Die Warenanlieferung für den neue Rewe-Supermarkt, der derzeit in der ehemaligen Ladenpassage am Großflecken entsteht, soll ausschließlich über Sprinter und Kleinlaster abgewickelt werden. „Größere Versorgungsfahrzeuge oder gar Sattelschlepper wird es nicht geben“, versicherte gestern Immobilienmakler Philipp Hennemann, der das Projekt für den Wittorfer Eigner Dieter Warda betreut.

Wohnanlieger aus dem Bereich der Holstenstraße hatten zuletzt moniert, dass es mit der Ruhe zur straßenabgewandten Seite (wieder) vorbei sein könnte, wenn der geplante Supermarkt regelmäßig von schweren Sattelschleppern angesteuert wird. Der künftige Markt in zentraler Lage am Großflecken muss über die Straße Am Klostergraben und eine eigene Versorgungspassage hinter den Großfleckenhäusern beliefert werden.

Der neue Rewe-City-Markt wird voraussichtlich noch vor Eröffnung der Holsten-Galerie (geplanter Termin 15. Oktober) in der ehemaligen Ladenpassage eröffnen. Die Anbauten hinter der Alten Post wurden dazu inzwischen komplett entkernt, sie sollen energetisch saniert und in den nächsten Wochen neu eingedeckt werden. Danach beginnt der Einbau der Haustechnik.

Künftige Kunden betreten den neuen Markt ähnlich wie bei der früheren Ladenpassage durch den Haupteingang der ehemaligen kaiserlichen Post von 1886. Die denkmalgeschützte Backsteinfassade aus der Kaiserzeit wollen die Planer dabei weitgehend in ihrem Ursprungszustand belassen. „Der Markt könnte einen attraktiven Gegenpol zur Holsten-Galerie am Gänsemarkt bilden“, hofft Projektentwickler Hennemann. Derzeit sucht er einen neuen Pächter für den Gastronomie-Bereich im ersten Stock der Alten Post. Das Restaurant Rancho Grande wird hier bis zum Ende des Jahres ausziehen.

STANDPUNKT

von Jens Bluhm

Noch steht nur der  Rohbau, aber die neue Holsten-Galerie  gilt Kritikern bereits heute als einziger Kaufkraft-Staubsauger, der Handel und Dienstleistern  im weiteren Umkreis bestenfalls ein paar Krumen übrig lässt. Stimmt so nicht, hält der  Boostedter Immobilienmakler Philipp Hennemann entgegen. Allerdings müsse man Gegengewichte setzen, die die Besucher der Galerie dazu bewegen, auch das Umfeld zu erkunden.  Ein Gegengewicht könnte die Wiederbelebung der Alten-Post-Passage sein. Im Obergeschoss könnte ein ansprechendes  Gastronomie-Angebot entstehen, schwebt Hennemann vor. In anderen Städten würden die Besucher auch die noch so attraktiven Shopping-Zonen verlassen, um außerhalb zur Ruhe zu kommen. Warum sollte das in Neumünster anders sein? Recht hat er.

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