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Ruthenberg : Angriff auf Taxifahrer: Die Angst geht um

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

58-Jähriger wurde am Wochenende brutal zusammengeschlagen.

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die Fahrt beginnt wie so viele andere. In der Nacht vom vergangenen Freitag auf Sonnabend steigen bei Ahmed D. (58, Name geändert) drei Männer am Rathaus ins Taxi. Als Ziel geben sie die Störstraße in Ruthenberg an. Doch als der Wagen dort gegen 1.20 Uhr ankommt, wollen sie nicht aussteigen. Ahmed D. versucht es freundlich aber bestimmt, geht um sein Auto und hält die Beifahrertür auf. In diesem Moment schlägt einer der Männer ihn nieder, traktiert ihn auch noch mit den Füßen, als er am Boden liegt. Erst als der Fahrer um Hilfe ruft und mehrere Passanten erscheinen, flüchtet das Trio.

„Der Mann kam mit schweren Kopfverletzungen ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus. Der Täter und seine Begleiter sind uns bekannt“, bestätigte Polizeisprecher Sönke Hinrichs gestern den Vorfall, bei dem mehrere Streifenwagen im Einsatz waren. Laut Brigitte Hansen, Aufsichtsratsmitglied der Taxigenossenschaft, sorgt der Fall für Unruhe unter den Beschäftigen. „Die Lage wird seit Jahren gefährlicher, viele Fahrgäste reagieren gerade unter Alkoholeinfluss immer bedrohlicher“, sagt sie. Deshalb sei es auch immer schwieriger, Frauen für den Job zu begeistern. „In den Nachtschichten gibt es in Neumünster vielleicht noch zwei oder drei.“

Seit über 20 Jahren fährt Brigitte Hansen auch selbst Taxi, allerdings mittlerweile nur noch tagsüber. „Wir dürfen ja keine Waffen zur Selbstverteidigung mitnehmen“, bedauert sie. Stattdessen will sie nun mit Videoüberwachung aufrüsten. Es wären die ersten Taxen in der Stadt, die diese Technik anwenden.

Ein Schritt, den Thomas Heuer, Vorstand der Taxigenossenschaft, nachvollziehen kann. „Wir fahren viele Menschen, die Alkohol getrunken haben. Leider kann man den Menschen kaum ansehen, ob sie aggressiv sind. Auch bei mir gab es schon brenzlige Situationen“, sagt er: „Als Taxifahrer muss man immer weiterdenken, was passieren kann und so reagieren, dass die Situation nicht eskaliert.“

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