„Curvy Model“ aus Wittorf : Angelinas Kurven erobern New York

Beliebtes Fotomotiv: Die 26-Jährige vor der Skyline New Yorks.  Fotos: Privat
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Beliebtes Fotomotiv: Die 26-Jährige vor der Skyline New Yorks. Fotos: Privat

Die 26-Jährige aus Wittorf macht als „Curvy Model“ ihre ersten Karriereschritte in Amerika. Im Sommer wurde warme Wintermode präsentiert

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17. Juni 2015, 16:00 Uhr

Neumünster | Sie erobert bereits die Laufstege in Mailand, Barcelona und London mit ihren erotischen Kurven. Jetzt hat Angelina Kirsch aus Wittorf zum ersten Mal den Sprung über den großen Teich geschafft: Fünf Tage war die 26-Jährige, die als „Curvy Model“ arbeitet, in New York und machte Werbespots an diversen prominenten Plätzen und Straßen.

Für die junge Frau ging es in den Central Park, vor das Flat Iron Building oder nach Brooklyn. Zurück in Deutschland ist sie voller Eindrücke und schwärmt begeistert: „Das war total toll, es war wie im Film. New York ist schon ein bisschen verrückt. In Amerika ist alles ein bisschen großer, breiter, höher.“

Schon als sie am Flughafen Newark ankam, hatte sie die ersten Déjà-Vu-Ereignisse. Denn es war ihr zweiter Trip nach New York; zum ersten Mal war sie im August 2006 mit dem Mädchen-Musikzug in der Stadt, die niemals schläft (der Courier berichtete). „Wir waren in diesem Bereich, wo alles verglast ist, und ich erinnere mich, wie ein Mädchen wieder zurücklaufen musste, weil es etwas im Flugzeug liegengelassen hatte.“

Zustande gekommen war der Dreh in New York über ihre Hauptagentur „Place Models“ in Hamburg, dessen Chef Jan-Erik Lütjen sie per Zufall in einem Urlaub in Italien entdeckt hatte und von ihrer üppigen, aber genau richtig proportionierten Figur und ihrem ausdrucksvollen Gesicht beeindruckt war.

Die erste Reise nach New York war aus Angelinas Sicht optimal, denn sie musste nicht auf Vorstellungstour und sich im Konkurrenzkampf gegen andere Models behaupten: „Es war ein fest vereinbarter Drehtermin für die Modefirma Adler, die auch den Flug bezahlt hat. Alles war sehr gut organisiert.“ Für Adler hat Angelina schon viele Male gearbeitet, war unter anderem das Gesicht der Firma deutschlandweit und auch im Internet.

In New York wurde die Herbst- und Wintermode 2015 präsentiert – und das bei gefühlten 30 Grad. Die Temperaturunterschiede waren eine Herausforderung: Ständig wurde sie vom Stylisten abgetupft, sie hatte außerdem einen „Beschirmer“, der sie mit einem Regenschirm vor der Sonne schützte. Es gab viele lustige Momente: „Aus zwei großen Plastiksäcken holten sie Laub heraus, das musste ich dann in die Luft werfen.“ Und alles dick in Jacken und Stiefeln eingemummelt: „Wir wohnten in einem langen Trailer mit Klimaanlage, da war es schön kühl.“

New York war bewusst als Kulisse gewählt worden, um der Mode das Flair einer Weltstadt zu verleihen. A propos Weltstadt: Da sie der Schauspielerin Jessica Simpson sehr ähnlich sieht, gab es Verwechslungen: New Yorker, die sie inmitten des Kamera-Teams sahen, hielten sie für den prominenten Star. Angelina war geschmeichelt: „Sie fragten nach Autogrammen.“

Es wird nicht ihr einziger New-York-Trip bleiben, ein zweiter ist bereits in Planung. „Ich werde wohl des Öfteren hierher kommen, dann aber in Appartements wohnen, vielleicht auch mit anderen Models. Das wird alles nicht so luxuriös wie dieses Mal. Und ich werde allein hierher fliegen, dieses Mal waren meine Eltern dabei, und ich werde nicht sehr viel Freizeit haben“, sagt sie.

Denn nach drei Arbeitstagen hatte sie noch zwei Tage fürs Sightseeing. Sie machte eine Hafenrundfahrt, einen Abstecher zur „Sex and the City“-Location (66 Perry Street, Greenwich Village) und besuchte den Ground Zero: „Das hat sich total verändert seit dem Besuch mit dem Mädchen-Musikzug, alles ist grün, es gibt ein Wasserspiel in einem großen Teich. Und das neue World Trade Center habe ich auch gesehen – auch von meinem Hotel aus. Das war eine tolle Kulisse. New York lag mir quasi zu Füßen“, sagt sie lachend.

Immer dabei waren ihre Eltern Gudrun und Ingo Kirsch, die mächtig stolz auf ihre Tochter sind, die jetzt auf internationalem Pflaster Karriere macht. Doch Angelina bleibt trotz ihrer Erfolge in aller Welt bodenständig. Würde sie auch in New York leben? Sie hat eine klare Meinung: „New York finde ich interessant, man kennt das aus den Filmen. Es ist verlockend, alles ist erlaubt, man kann alles ausprobieren. Wenn hier skurrile Typen herumlaufen, dreht sich niemand um. In Deutschland wäre das anders. Aber es ist hektisch und voll und zu groß. Man verliert sich. Wenn, dann würde ich in einem bunten und vielfältigen Stadtteil leben wollen, vielleicht Soho oder Brooklyn. Aber die Stadt ist für mich nicht zum Leben.“

Von einer Weltstadt ging es dann zur anderen: Von New York flog Angelina nonstop nach Paris, um für die französische Firma Kiabi Unterwäsche und Damenoberbekleidung in Szene zu setzen („das ist Zalando auf französisch“). Danach war sie wieder in Neumünster. Und auch wenn es ein wenig merkwürdig klingt, ist die Tubaspielerin glücklich, zurück zu Hause zu sein: „Es war das Schönste, mit dem Mädchen-Musikzug ,Happy Marching’ beim Kinder-Schützenumzug in Ehndorf zu spielen.“


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