Boostedt : Anfangs stand der Schießstand in der Taverne

Der erste Vorsitzende der Boostedter Schützengilde Edmund Otte (links) und das erfolgreichste Mitglied Lothar Elster (rechts) haben die beiden Gründungsmitglieder Jürgen Lewe (2. von links) und Dieter Pingel in die Mitte genommen.
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Der erste Vorsitzende der Boostedter Schützengilde Edmund Otte (links) und das erfolgreichste Mitglied Lothar Elster (rechts) haben die beiden Gründungsmitglieder Jürgen Lewe (2. von links) und Dieter Pingel in die Mitte genommen.

Die Boostedter Schützengilde besteht seit 50 Jahren. Neue Sparte und keine Aufnahmegebühr im Jubiläumsjahr.

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14. Januar 2015, 12:00 Uhr

Boostedt | Es war der 8. Januar 1965, als sich 17 Boostedter Bürger in der Gastwirtschaft „Zum Waldkater“ trafen und die Boostedter Schützengilde von 1965 gründeten. Zu ihnen gehörten auch der damalige Bürgermeister Ernst Rathge, der später Ehrenmitglied wurde, sowie Jürgen Rewe und Dieter Pingel, die bis heute der Schützengilde angehören. Vor rund 80 Gästen im Schützenheim ließ der Vorsitzende der Schützengilde, Edmund Otte, anlässlich des 50-jährigen Bestehens die vergangenen Jahre noch einmal Revue passieren.

Edmund Otte erinnerte an die damals in der Satzung festgelegten Ziele wie Pflege der Tradition, der Kameradschaft, des sportlichen Schießens als Hauptaufgabe sowie die Förderung der Jugend. Bereits im ersten Jahr wurden mit Fritz Stender (König), Irmgard Sell (Königin) und Frank Hellberg (Jugendkönig) die ersten Majestäten gekürt. 1965 war die Mitgliederzahl auf 52 angewachsen, und es wurde das erste Volks- und Schützenfest gefeiert. „Es war eine Zeit, in der man ganz stark gegen die Schützen war“, erinnerte sich Dieter Pingel. „Wir hatten noch keinen Schießstand und trafen uns zum Training in der Gastwirtschaft Taverne (im heutigen Rossini) an der Bahnhofstraße. Jeweils am Ruhetag, dem Montag, wurde der Tanzsaal ausgeräumt. Zwei hintereinander gehängte schwere Zeltplanen bewahrten die Rückwand des Saales vor Fehlschüssen. Nach dem Training musste alles wieder abgebaut und der Raum wieder hergerichtet werden“, erzählte Pingel.

1967 begann man, einen eigenen Schießstand zu planen, der im Januar 1975 eingeweiht werden konnte. Nach dem ersten Vorsitzenden Lauritz Lorenzen (1965–1975) standen Willi Schlüter (1975–1983), Karl-Heinrich Hoffmann (1983–1989), Wolfgang Meyer (1989 – 2010) und seit 2010 Edmund Otte an der Spitze der Gilde.

Als im Jahre 1985 der Erweiterungsbau entstand, hatte Boostedt einen Luftgewehrstand mit 16 Ständen, der in kürzester Zeit zu einer Festhalle umgebaut werden konnte. „Es gab damals einen Kampf um die Zuschüsse und lange Diskussionen“, erinnerte sich Dieter Pingel, der seiner Zeit als Vorsitzender des Finanzausschusses für die Gelder der Gemeinde mit verantwortlich war. Man einigte sich so, dass die Gemeinde das Material zur Verfügung stellte und der Anbau überwiegend in Eigenleistung erstellt wurde. Zur 30-Jahr-Feier fanden in der Festhalle 550 Besucher bequem Platz, und heute ist dies der einzige Raum in Boostedt, in dem sich so viele Menschen versammeln können.

Nachdem im Schießsport die Ligen eingeführt wurden, hat die Boostedter Schützengilde im Zusammenschluss mit den umliegenden Schützenvereinen (Sportschützen des SSV Groß Kummerfeld, Ricklinger Bürgerschützen, Sportschützen Trappenkamp) unter dem Namen BooKuRiTra zahlreiche Erfolge erzielt. Besonders hervorzuheben ist der 80-jährige Lothar Elster, der neben unzähligen gewonnenen Landesmeisterschaften 2006 und 2008 Deutscher Meister mit dem Luftgewehr/DSB-Auflage wurde. 2001 gewann die Damenmannschaft mit Stephanie Otte, Anja Bidinger und Berit Schröder mit dem Zimmerstutzen (ein Gewehr) die Deutsche Vizemeisterschaft.

Auch für die Zukunft ist die Boostedter Schützengilde gut aufgestellt. So hat der Jugendleiter Kai Moormann seit einem Jahr mit rund zehn regelmäßig trainierenden Jugendlichen die Arbeit aufgenommen, und seit Beginn dieses Jahres gibt es auch eine Bogensparte. Interessierte Bogenschützen oder Jugendliche, die es werden wollen, können sich bei Thorsten Labod, Tel. 01 75/9 14 79 44, über die Trainingszeiten informieren. Besonders stolz ist der Vorsitzende Edmund Otte darauf, dass die Gilde im vergangenen Jahr durch 16 Zugänge auf 188 Mitglieder angewachsen ist. Um diesen Trend weiter zu steigern, wird für Neuzugänge im Jubiläumsjahr 2015 keine Aufnahmegebühr (sonst 25 Euro) erhoben.  
 

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