Radfahren : An diesen Ecken gibt es Probleme

Radwegverschwenkungen wie hier an der Kreuzung Ring/Haart sollen laut ADFC beseitigt werden. Der Radfahrer soll lieber direkt neben der Autospur die Straße überqueren.  Fotos: Norden
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Radwegverschwenkungen wie hier an der Kreuzung Ring/Haart sollen laut ADFC beseitigt werden. Der Radfahrer soll lieber direkt neben der Autospur die Straße überqueren. Fotos: Norden

Der Allgemeine Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) weist die Verwaltung und Polizei Brennpunkte für Fahrradfahrer in Neumünster hin.

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08. Juni 2014, 09:00 Uhr

Neumünster | Schlaglöcher, Geisterradler und ein Schilderwald: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich für eine bessere Situation auf Neumünsters Fahrradwegen ein. Bei ihrer Brennpunkttour stellten die Vereinsmitglieder der Polizei und der Verwaltung ihre Mängelliste vor. Das sind die Ecken, an denen der ADFC Handlungsbedarf sieht:

1. Kreuzung Ring/Haart: Wer als Radfahrer auf dem Ring den Haart überqueren will, muss erst ein Stück in den Haart einbiegen. Diese Verschwenkung soll nach dem Willen des ADFC beseitigt werden. Der Grund: Autofahrern wird suggeriert, dass der Radfahrer nach rechts abbiegt und er selbst weiterfahren kann. Diese Situationen enden häufig mit einem Unfall. Ohne Verschwenkung bleibe der Radfahrer im Blickfeld des Autofahrers und wird so besser beachtet, erklärt Uwe Mohns vom ADFC.

2. Mal fehlen Hinweisschilder, mal haben es die Straßenbauer zu gut gemeint: Während am Haart Schilder aufgestellt werden, die sich gegenseitig aufhaben, fehlen dem ADFC auf der Verkehrsinsel beim Überweg zum Cafe Oldehus Piktogramme, die Fußgängern und Radfahrern zeigen, wo sich ihr Verkehrsbereich befindet.

3. Auch Radfahrer ärgern sich über Schlaglöcher. Exemplarisch für viele Orte in der Stadt ist die Radspur bei der Einmündung der Frankenstraße am Haart. Sie gleicht einer Kraterlandschaft, die rote Farbe ist abgeblättert. „Das muss geändert werden, sonst drohen Stürze“, so der ADFC.

4. Pflastersteine und Radfahrer sind keine wahren Freunde. Besonders an der Einmündung der Brüggemannstraße ärgern die Steine den ADFC. Denn das Straßenpflaster liegt für den querenden Radfahrer in Linien, was die Überfahrt erschwert. Nach einer Brennpunkttour vor zehn Jahren sind die Zwischenräume der Pflastersteine mit Asphalt gefüllt worden. Das soll nun wiederholt werden.

5. Geisterradler sind laut ADFC eine häufige Unfallursache. Weil sie in die falsche Richtung fahren, können sie mit anderen Radfahrern kollidieren. Das passiert unter anderem, weil Ampeln falsche Regeln vortäuschen. Zum Beipspiel bei der Einmündung der Emil-Köster-Straße am Haart: Der Radweg ist nur in einer Richtung erlaubt. Stadtauswärts dürfen Rad- wie Autofahrer nur auf der rechten Seite fahren. Die Ampel zeigt allerdings an, dass auch die entgegengesetzte Richtung erlaubt ist.

Michael Köwer, Verkehrsplaner bei der Stadt, will die Ampelanzeigen nun austauschen lassen. Auch die anderen Vorschläge des ADFC hat er notiert. In einer gemeinsamen Abstimmungsrunde mit der Polizei, Vertretern des Straßenbaus und der Verkehrsaufsicht wird demnächst entschieden, welche Maßnahmen umgesetzt werden können. Dabei wird dann auch über einen Vorschlag von Peter Cleve diskutiert. Der Ratsherr des Bündnisses für Bürger hatte gefordert, Radwege im Innenstadtbereich blau zu pflastern. Das sei dann eine eindeutige Abgrenzung für Fußgänger und Radfahrer.

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