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Niederdeutsche Bühne : Amüsanter Auftakt in die Saison

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rund 130 Besucher erlebten mit der Kriminalkomödie „Amaretto“ einen vergnüglichen Theaterabend

Die Niederdeutsche Bühne (NBN) ist schwungvoll in ihre neue Spielzeit gestartet. Mit „Amaretto“, einer Kriminalkomödie von Ingo Sax, unterhielt das Ensemble die 130 Besucher in ihrer ausverkauften Studiobühne ausgezeichnet. Bühnenleiter Jörgen Oerter hat die Regie geführt – wenn auch nicht ganz freiwillig.

Die Probenarbeiten waren schon weit fortgeschritten, als Gastregisseur Kai-Uwe Holsten vor knapp fünf Wochen plötzlich erkrankt ausfiel. Also sprang Oerter ein und nahm die Zügel in die Hand. Dann brach sich Waltraut Brommann zu allem Überfluss fünf Tage vor der Premiere den rechten Arm und drohte auszufallen. Aber die Grande Dame der NBN biss einmal mehr die Zähne zusammen, ließ sich für ihren Arm eine schicke Schlinge anfertigen und stand, selbstverständlich, auf der Bühne.

Ihre Rolle währt nur den ersten Akt, denn dann stirbt die stinkreiche Unternehmerin Beatrice Moormann an ihrem Geburtstag einen plötzlichen Tod – im Kreise ihrer Familie. Schon vorher hatten ihre Lieben sich mehr oder weniger offen auf das künftige Erbe gefreut. Dr. Hadenfeld, Hausarzt und Freund der Familie, bemerkt sehr schnell, dass Beatrice keines natürlichen Todes gestorben ist: Hier hat jemand mit Gift in der Bowle nachgeholfen, und es kann nur jemand aus dem Kreis der Familie gewesen sein. Aber alle hatten doch von der Bowle getrunken; alle hatten die Gelegenheit, die meisten auch ein Motiv. Dr. Hadenfeld muss sehr viel kriminalistisches Gespür entwickeln, um den Kriminalfall bis zum überraschenden Ende mit Intuition und ein bisschen Glück aufzuklären.

Mit einer guten Leistung des Ensembles bringt die NBN das amüsant gestrickte Stück auf die Bühne. Auch wenn die Rolle nur knapp 30 Minuten dauert: Waltraut Brommann legt in ihrer Beatrice sehr schön die Grundlage für das weitere Stück an, an dem sich die „Überlebenden“ abarbeiten können. Auch mit gebrochenem Arm spielt sie die Unternehmerin genau auf den Punkt, da haben wohl auch die Erfahrungen aus mehr als 60 Bühnenjahren geholfen. Auch Heiner Lenz, ebenfalls ein alter NBN-Hase, zeigt den Hausarzt-Detektiv sehr glaubhaft und amüsant.

Kerstin Stölting spielt die Nichte Nicola buchstäblich aus der Hüfte: Als Fotomodell im Minirock stolziert sie auf hohen Absätzen über die Bühne, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Dieter Gottwald hat ein bisschen mit der fehlenden Lockerheit zu kämpfen, die der Rolle des Schwiegersohns in spe gut getan hätte. Peggy Lund spult souverän die treue Haushälterin herunter. Und viel versprechende Debüts bei der NBN geben Christina Theuer und Jörn Thede, die beide bei der Niederdeutschen Bühne Preetz schon Bühnenerfahrungen gesammelt haben.

Die NBN wird in diesem Jahr 90, aber „Amaretto“ kommt trotzdem sehr frisch über die Bühne. Die Zuschauer spendeten am Ende reichlich Applaus für einen vergnüglichen Theaterabend.

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erstellt am 07.Okt.2013 | 07:30 Uhr

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