zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

18. Oktober 2017 | 03:05 Uhr

BORDESHOLM : Amt nimmt das Land in die Pflicht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Flüchtlingsbetreuung soll voll finanziert werden.

Bordesholm | Das Amt Bordesholm verlangt Bundes-und Landesmittel zur vollständigen Finanzierung der Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Das beschlossen einstimmig die Mitglieder des Amtsausschusses auf Vorschlag von Willi Lüdemann (FDP), Gemeindevertreter in Bordesholm.

In einem Schreiben fordert das Amt nun das Land zur kompletten Übernahme der Kosten auf. Dabei stütze man sich auf Ministerpräsident Torsten Albigs Ankündigung, den Kommunen finanziell unter die Arme zu greifen, erklärte Amtsvorsteher Torsten Teegen auf Nachfrage. „An dieser Aussage muss er sich nun messen lassen“, sagte er weiter.

Eine Bilanz über die Einnahmen und Kosten für die Betreuung und Unterbringung von Flüchtlingen wurde wie folgt vorgestellt: Durch Betreuungskosten- und Übergangspauschalen verbleiben beim Amt rund 40 000 Euro. Noch nicht ausgezahlt hat das Land die Integrationspauschalen in Höhe von mindestens 50 000 Euro. Große Posten unter den Ausgaben des Amtes sind die Personalkosten für die Betreuung von Flüchtlingen. Bis zum Ende des Jahres werden sie sich auf rund 140 000 Euro belaufen. Mietausgaben schlagen mit rund 38 000 Euro zu Buche. Darin enthalten sind auch die Kosten für die Vorhaltung von Wohnraum. Abzüglich der Einnahmen gibt das Amt 138 000 Euro für die Betreuung und Unterbringung von Asylbewerbern aus. Die Kosten für Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz trägt übrigens der Kreis Rendsburg-Eckernförde, der dann wiederum mit dem Land Schleswig-Holstein abrechnet.

Nach neuesten Angaben vom 15. Oktober leben zurzeit 148 Asylbewerber im Amtsgebiet, 97 von ihnen in Bordesholm. Aus Syrien stammt die Mehrheit der Geflohenen, nämlich 44. Die zweitgrößte Gruppe der Flüchtlinge ist aus Eritrea gekommen, es sind 14 Menschen. Laut Verteilungsquote muss das Amt noch 165 Menschen in diesem Jahr aufnehmen. Dabei ist das Ziel, die Menschen weiterhin dezentral unterzubringen.

Einstimmig genehmigt wurden ebenfalls die außerplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 12 800 Euro. Den größten Posten nehmen dabei Geschäftsausgaben für die Aktivregion Mittelholstein ein. 



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert