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Tierpark Neumünster : Amputation rettet Wuschel das Leben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Nasenbär läuft nun auf drei Beinen und ist neuer „Inklusions-Beauftragter“.

Neumünster | Im ersten Moment fällt das Handicap gar nicht auf. Munter klettert der kleine Nasenbär Wuschel über die Baumstämme in seinem Gehege im Tierpark. Erst auf den zweiten Blick erkennt der Besucher: Das sechs Monate alte Raubtier hat nur drei Beine. Dem tapferen Kerlchen musste vor zwei Wochen ein Hinterbein amputiert werden.

„Es war entzündet. Wir hatten bei dieser Art von Verletzung eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Euthanasie oder Amputation“, sagt die zoologische Leiterin des Tierparks, Verena Kaspari. Gemeinsam mit dem Tierarzt entschied sie sich für die zweite Möglichkeit und damit eine mehrere hundert Euro teure Operation. Die verlief erfolgreich.

Wuschel hatte bisher keine einfache Kindheit. Mutter Stella kam vor zweieinhalb Jahren verwahrlost zusammen mit noch einem Weibchen aus einer illegalen Privathaltung. „Beide waren bei ihrer Ankunft extrem verhaltensauffällig. Nasenbären sind keine Haustiere, bei unsachgemäßer Haltung können sie schnell extreme Verhaltensstörungen entwicklen. Uns war bewusst, dass es schwierig werden könnte, falls diese Weibchen jemals Jungtiere haben sollten, sie wahrscheinlich nicht wirklich wissen würden, wie sie mit ihren Jungen umzugehen haben“, sagt Verena Kaspari.

Nachdem Stella Wuschel zur Welt gebracht hatte, war sie eine tolle, aber sehr nervöse und etwas ruppige Mutter, die ihren Welpen viel umher trug. „Vermutlich resultierte daraus auch die Problematik am linken Hinterbein“, erklärt Verena Kaspari.

Sie hat Wuschel nun scherzhaft zum „Inklusions-Beauftragten“ des Tierparks ernannt. Und um Inklusion will sich die Einrichtung im Stadtwald im kommenden Jahr auch verstärkt kümmern. Im Zuge einer Generalüberholung des Spielplatzes sollen neue Spielgeräte für behinderte Kinder und Jugendliche angeschafft werden. „Denen konnten wir bisher leider nichts anbieten. Das soll sich ändern“, sagt die Tierpark-Chefin. Sie hofft auf Spenden und wünscht sich eine „Rolli-Schaukel“.

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erstellt am 06.Dez.2016 | 13:00 Uhr

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