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Schnelle Hilfe : Ambulanz für Flüchtlinge im Oktober fertig

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am Freitag stellen sich die ersten Ärzte und Pfleger vor.

Neumünster | Die neue Anlaufstelle für Flüchtlinge in Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) ist schon fast fertig. Bereits am 1. Oktober soll die „integrierende Versorgung zur medizinischen Betreuung von Flüchtlingen“ komplett umgebaut und eingerichtet sein. Am Freitag laufen die ersten Vorstellungsgespräche, damit schnell geeignete Ärzte sowie Pflegepersonal gefunden werden. Gestern übergab Staatssekretär Ralph Müller-Beck vom Innenministerium vor Ort den Bewilligungsbescheid von knapp zwei Millionen Euro. Damit ist das Projekt, das bundesweit eine Vorreiterrolle einnimmt, für ein Jahr finanziell mit allen Personalkosten, Sachkosten und Leistungen abgesichert. Die Option zu verlängern ist gegeben (der Courier berichtete).

Noch laufen die Bauarbeiten in der neuen 300 Quadratmeter großen Abteilung auf Hochtouren. „Wir hatten zum Glück freie Raumkapazitäten durch den Umzug in den Neubau“, erklärte FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen. Der Trakt im zweiten Stock des (alten) Neubaus sollte ursprünglich stillgelegt werden. Wo früher die Endoskopie war, entstehen jetzt sieben Behandlungsplätze und ein Infektionszimmer. Es wird dort die klassische Erstdiagnostik für Notfälle gemacht wie zum Beispiel Ultraschall, EKG oder Blutentnahmen. Röntgenaufnahmen werden in der benachbarten Radiologie angefertigt. Weiterführende Behandlungen wie zum Beispiel Gipsen ist dann Sache der Notaufnahme.

Sechs Ärzte und zehn Pflegekräfte sollen sich die Rund-um-die Uhr-Versorgung in der neuen Anlaufstelle teilen. Doch die müssen erst einmal gefunden werden. Denn ein Teilaspekt des neuen Projekts ist die Beschäftigung von Personal mit Sprachkenntnissen aus den Herkunftsländern der Patienten. Allerdings sind die Aussichten laut Privatdozent Dr. Ivo Markus Heer, Ärztlicher Direktor des FEK, und Pflegedirektor Christian de la Chaux gut: Am Freitag werden sich zwei syrischsprechende Ärzte vorstellen, die beide in Deutschland leben. Außerdem werden sechs mögliche Pflegekräfte eingeladen, darunter zwei syrische Medizinstudenten aus Kiel und eine syrische Krankenschwester. Doch es gibt weiteren Bedarf für Fachleute mit arabischen Sprachkenntnissen. Mit dem neuen Personal soll im Laufe des Oktobers nach und nach die Arbeit aufgenommen werden, bis der Betrieb rund um die Uhr läuft.

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras und Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber bedankten sich für die schnelle und unkomplizierte Umsetzung des Pilotprojekts. Mittlerweile interessieren sich Standorte aus ganz Deutschland dafür und wollen es bereits kopieren.

 

 

 

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erstellt am 15.Sep.2015 | 08:00 Uhr

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