Am Teichufer können Frösche sich sonnen

Stefan Siemesgelüss vom Aukruger Bund und Melanie Schubert vom Projekt 'Froschland' begutachten den Uferbereich. Foto: kühl
Stefan Siemesgelüss vom Aukruger Bund und Melanie Schubert vom Projekt "Froschland" begutachten den Uferbereich. Foto: kühl

Naturschützer legen Teich für Frösche und Kröten in Aukrug-Bünzen an

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21. November 2012, 06:55 Uhr

AUKRUG | Vor allem die seltenen Knoblauchkröten, die ganz in der Nähe zu Hause sind, soll der neu ausgebaggerte Teich in Aukrug-Bünzen anlocken. Aber auch Moor- und Grasfrösche sind gern gesehene Gäste in dem neuen Biotop, das Teil des vom Landwirtschaftsministerium geförderten Projekts Froschland ist. Die Initiative zum neuen Frosch- und Krötenteich ging vom Aukruger Bund für Natur- und Landschaftsschutz aus. Gerade wurden mit Hilfe von Froschland auch in Padenstedt neun Teiche angelegt (der Courier berichtete).

Die Aukruger Naturschützer wünschten sich einen Teich auf ihrer vereinseigenen Wiesenfläche in der Nähe der Bünzer Burg und wandten sich mit Erfolg an die Tümpel- und Amphibienexperten vom Projekt Froschland. "Wir haben seit Ende 2009 landesweit fast 100 Teiche verwirklicht", erläuterte Diplom-Biologin Melanie Schubert vom Projekt Froschland, das durch das Artenschutzprogramm des Ministeriums für Energie, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gefördert wird.

Bei der Beurteilung, ob ein neuer Teich an einem bestimmten Standort sinnvoll ist, checkt das "Froschland"-Team eine Reihe von Faktoren: Art und Anzahl der dort angetroffenen Amphibien, ob während des Sommers auch geeignete Lebensräume vorhanden sind, wie die Fläche bewirtschaftet wird sowie außerdem die Nährstoff- und Lichtverhältnisse. "Das nahe gelegene Waldstück hier ist zum Beispiel optimal", erklärte Melanie Schubert, "da können sich die Knoblauchkröten prima drin verstecken."

Bei der Anlage neuer Tümpel bemühen sich die Experten, Verbindungen zu den bestehenden Amphibien-Populationen zu ermöglichen. "Es geht nicht nur darum, einen weiteren neuen Lebensraum zu schaffen, sondern auch darum, eine Vernetzung zwischen verschiedenen Lebensräumen zu erreichen", betonte Melanie Schubert.

Der neue regenwassergespeiste Teich in Bünzen ist rund 300 Quadratmeter groß, und beim Ausbaggern wurde den Bedürfnissen der zukünftigen Bewohner gewissenhaft Rechnung getragen.

"Einen flachen Uferbereich, der sich bei Sonnenschein schnell erwärmt, finden Frösche ganz toll", erklärte Melanie Schubert, "und die Knoblauchkröten haben gern viel Sand, wo sie sich eingraben können."

Wer sich als Flächeneigentümer vom Projekt "Froschland" ein Gewässer anlegen lässt, muss sich in einem Vertrag zu einigen Amphibienschutzmaßnahmen verpflichten:

Es werden keine Fische eingesetzt.

Es wird kein Wassergeflügel gehalten.

Es sollen keine Entenhäuschen aufgestellt werden.

Nährstoffe und Pflanzenschutzmittel sollen nicht direkt einfließen.

Bäume werden nicht direkt an das Gewässer gepflanzt.

www.froschland.de

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