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Historische Fotos : Am Teich in den 50er-Jahren in Panorama-Optik

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Courier-Fotograf Walter Erben experimentierte schon früh mit Kameratechnik

von
erstellt am 28.Okt.2015 | 09:30 Uhr

Neumünster | Neumünster in Schwarz-Weiß: Der langjährige Courier-Fotograf Walter Erben hat gern mit seiner Leica-Kamera und moderner Technik experimentiert. So finden sich im Archiv auch einige Panorama-Aufnahmen. Die hat die Hüterin des Archivs, Monika Krebs, dort entdeckt.

Die Bilder hat Erben in den 1950er-Jahren mit einem Film der Negativgröße von 24x58 Millimeter gemacht. „Diese Größe taucht im Archiv nur mit etwa 15 Motiven auf. Ich denke, diese Panorama-Größe war für die Pressefotografie zu umständlich, da sie beim Vergrößern eine besondere Negativbühne brauchten“, sagt Monika Krebs. So hat Erben unter anderem in der Straße Am Teich fotografiert; die Bilder sind hier zu sehen.

Das schöne Fachwerkhaus Am Teich Nummer 13, das auf beiden Fotos zu sehen ist, geht im Kern auf ein Tuchmacherhaus von 1765 zurück. Es wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert und umgebaut. 2005 musste es jedoch abgebrochen werden, nachdem es jahrelang dem Verfall preisgegeben war. Damit verschwand ein wichtiges Zeugnis der baulichen Entwicklung der Stadt für immer.

Zu der Straße Am Teich hat einst Reinhold Möller eine Beschreibung geliefert:
„Die Häuser Alt-Neumünsters waren üblicherweise auf höhergelegenem Sand gebaut, die Gärten auf der Rückseite fielen zum Wiesengrund der Gewässer ab. Aber am nordwestlichen Längsufer des Teiches rückten die Häuser so dicht an das Wasser heran, wie es die sicher künstlich erhöhte, dazwischen liegende Fahrstraße gerade noch erlaubte.

Die Anwohner waren überwiegend Tuchmacher und Färber, einige auch Gerber. Sie wollten den Teich zum Waschen und Spülen benutzen. Dadurch wurde das Wasser verschmutzt. Und deshalb wurde in dieser Straße und am Schleusberg 1901 mit dem Bau der Kanalisation begonnen. ‚Tuchmacherreihe‘ hätte man diese Straße nennen können. Doch sie hieß vom Groß- und Kleinflecken aus gesehen ‚Achtern Diek‘. Der Name ist 1664 erstmals erwähnt. Die Straße Am Teich ist zwischen Bahnhofstraße und Gänsemarkt 250 Meter lang und verläuft in einem flachen Bogen. Ab 1800 hatte sie eine geschlossene Baureihe mit eingeschossigen Giebelhäusern. Die ehemalige Pappelreihe am Ufer wurde 1880 durch Linden ersetzt.“

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