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Holsteinischer Courier

21. November 2017 | 03:48 Uhr

Flugplatzfest : Am Sonntag konnten alle abheben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Regen machte den Besuchern und Organisatoren des Flugplatzfestes am Sonnabend einen Strich durch die Rechnung.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2017 | 08:15 Uhr

Neumünster | Der Flugsportclub Neumünster (FSCN) veranstaltete am Wochenende sein alljährliches Flugplatzfest. Der Sonnabend fiel im wahrsten Sinne des Wortes komplett ins Wasser. „Die Antonov konnte wegen des Regens nicht starten, auch Hubschrauberrundflüge und Fallschirmsprünge wurden nicht angeboten“, sagte Morten Schmidt vom FSCN. Dafür war das Wetter gestern allerbest und bescherte dem Flugplatzfest 12 000 Besucher.

„Unser Fest ist keine Luftfahrtveranstaltung, sondern mehr ein Stadtteilfest. Wir machen es für Neumünster und präsentieren uns und die Arbeit der verschiedenen Vereine“, sagte Schmidt weiter. 12 000 Gäste wurden am Sonntag gezählt. „Der Zuspruch war enorm. Diejenigen, die am Sonnabend lieber zu Hause geblieben waren, kamen am Sonntag zu uns. So viele Gäste haben wir sonst am gesamten Wochenende. Das hat den verregneten Sonnabend somit wieder wett gemacht“, resümierte Morten Schmid sehr zufrieden. 

Die Besucher hatten die Gelegenheit, zu vergleichsweise günstigen Preisen an Rundflügen über Neumünster teilzunehmen – wahlweise mit einem Helikopter oder der Antonov AN2. Bereits um 16 Uhr waren die Tickets für die Rundflüge ausverkauft.

Raid Nitzsche aus Eilsdorf nahm die Besucher auch mit auf einen Rundflug in seinem Gyrocopter, auch Tragschrauber genannt. „Der Gyrocopter, 1923 von einem Spanier entwickelt, gilt als Luftrettungsmittel und ist das sicherste Fluggerät. Das Gerät ist kurzlandefähig, lässt sich auf jedem Acker und jeder Straße absetzen“, erzählte Nitzsche. Er kam dazu, weil er in einer Fernsehsendung gesehen hatte, wie jemand mit einem Gyrocopter zur Arbeit geflogen war. „Das war Quatsch, weil es in Deutschland die Flugplatzpflicht gibt, aber es sorgte dafür, dass ich mich näher damit auseinandergesetzt habe. Nach einem Rundflug war es um mich geschehen“, verriet er weiter. 2007 machte er seinen Flugschein.

Besucher Frank Sukatus nutzte die Gelegenheit und flog mit Henning Kado im Gyrocopter mit. „Wir sind über den Einfelder See und Neumünster geflogen. Das war einmalig“, schwärmte der Mann aus der Böcklersiedlung. In der Zwischenzeit wurde Jörg Wellßow aus Bornhöved mit einem Helikopter auf 3200 Meter Höhe gebracht, um anschließend mit Tandemmaster Winfried „Sifu“ Joszko herauszuspringen und punktgenau auf dem Fluplatz zu landen. „Ich bin dabei, im fortgeschrittenen Alter eine To-Do-Liste abzuarbeiten. Ich wollte schon immer einen Fallschirmsprung machen“, sagte Wellßow. Nach einer Einweisung durch den Profi ging es direkt zum Helikopter. „Ich saß bereits beim Aufstieg in der Luke. Das war der mulmigste Moment. Der Fall kam mir gar nicht so schnell vor“, resümierte er anschließend über seinen 200 Stundenkilometer schnellen Fall. „Ich mache das auf jeden Fall noch mal. Dann bin ich auch entspannter, weil ich weiß, was auf mich zukommt.“

Auch mit Schirm, aber etwas gemütlicher ging es der Hamburger Roland Schneider an. Er ist Gleitschirmpilot. „Ich kann von einem Berg springen, oder ich lasse mich per Winde hochziehen. Dann kann ich bei guten Bedingungen 350 Kilometer in der Thermik gleiten“, erzählte er. Die Dolomiten oder die dänische Küste seien besonders schöne Gegenden für Gleitschirmflieger. „Ich habe einst davon geträumt und es einfach gemacht. Ich komme aus dem Surfsport und weiß, wie der Wind funktioniert und welche Macht dahinter steckt“, sagte er weiter. Das Gleitschirmfliegen sei zudem die günstigste Methode, zum Fliegen zu kommen, meinte der Hamburger.

Trotz der Anziehungskraft des Flugplatzfestes kommt es nicht überall gut an. „Aus der Nachbarschaft kommen immer mal wieder Beschwerden, wir seien zu laut. Wir haben schon Verständnis für die Anliegen. Wir geben es auch an die Piloten weiter, damit sie andere Routen fliegen. Wir bemühen uns aber sehr, so wenig Lärm wie möglich zu erzeugen. Wir sind aber vom Wind abhängig, wie wir starten und landen müssen“, erklärte Schneider. Trotz des verregneten Sonnabends war es insgesamt wieder ein erfolgreiches Fest für den FSCN. Die Erlöse fließen in die Jugendarbeit des Neumünsteraner Flugsportvereins.



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