zur Navigation springen

Aukrug : Am Freitag, dem 13., funkte es bei Tante Frieda

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Heute feiern Charlotte und Helmut Alke aus Aukrug die diamantene Hochzeit.

Aukrug | „Diesen Tag werde ich nie vergessen“, sagt Charlotte Alke aus Aukrug. „Es war am Freitag, 13. April 1951, gegen 15 Uhr, als wir uns zum ersten Mal bei der Tante Frieda meines Mannes im Schleusberg in die Augen schauten. Eine Bekannte von mir war zum Kaffeebesuch eingeladen und hatte mich mitgenommen.“ Heute sind Charlotte (85, geb. Ninnemann) und Helmut Alke (87) aus dem Aukruger Ortsteil Böken genau 60 Jahre verheiratet.

„Wir wünschen uns Gesundheit. Wir sind glücklich miteinander und hoffen, dass wir noch viele Jahre zusammen verbringen können“, sagt das Paar, das sich vor 63 Jahren in Neumünster kennen lernte.

Geboren wird Charlotte Alke in einem kleinen Dorf bei Stettin. Die Wirren des Krieges verschlagen die Hauswirtschafterin mit ihrer Mutter und einer Schwester in die Schwalestadt. Der Vater gilt in Russland als vermisst und ihr Bruder ist Soldat, als sie sich zur Flucht vor den roten Armeen entschließ.

Helmut Alke ist ein waschechter Neumünsteraner Jung und erlernte bei Hannes Puls in Einfeld den Handwerksberuf eines Bootsbauers. „Charlotte hatte jede Menge Charme, doch wie ich kein Geld. Wir passten damit zusammen“, sagt lachend Helmut Alke. Nachdenklich blickend berichtet er weiter, dass es beide nicht leicht hatten. Arbeit gibt es nicht. 1952 entschließen sich beide, ins Ausland zu gehen. Schweden bietet sich an, weil dort junge Frauen als Haushaltshilfen dringend gesucht werden. Charlotte hat Glück und bekommt eine Arbeitsstelle in einer sechsköpfigen schwedischen Familie, die bei Stockholm wohnt. Die Familie ist auf Hilfe angewiesen, weil die Frau des Hauses schwer krank ist. Helmut muss in Deutschland bleiben. Für ihn haben die Schweden weder Arbeit noch Unterkunft. Doch er reist so oft er kann zu seiner Charlotte. Tochter Monika wird im Jahr 1953 in Stockholm geboren. Charlotte bleibt noch mit ihrer Tochter für rund ein Jahr in Schweden. Dann stirbt die Frau des Arbeitgebers, der eine neue Beziehung eingeht. Charlotte kommt mit Tochter Monika nach Neumünster.

Das junge Glück beschließt zu heiraten. „Wir beide gingen zu Fuß zum Standesamt. Ich hatte noch nicht einmal zwei Mark für einen Blumenstrauß. Gefeiert wurde im kleinen Kreis. Mehr lag nicht drin“, meint das Paar. Zunächst bewohnt die kleine Familie bei den Eltern von Helmut einen zehn Quadratmeter kleinen Raum. Erst eineinhalb Jahre später können sie eine Zweizimmer-Wohnung im Neumünster beziehen. „Anfang der 60er-Jahre ging es dann endlich mit den wirtschaftlichen Verhältnissen nach oben. Die Löhne stiegen und Charlotte konnte wieder mitarbeiten, weil unsere Tochter einen Kindergartenplatz bekam“, berichtet der Ehemann.

1969 erfüllt sich das Paar in Aukrug den Traum von einem Eigenheim. Das klappt mit handwerklicher Unterstützung von guten Freunden und Bekannten. Zwei Jahre später wird das Haus bezogen. „Unseren ersten Urlaub verbrachten wir zu Beginn der 80er-Jahre, als wir schon in Rente waren. Es ging mit dem Auto in den Harz“, erzählen Charlotte und Helmut Alke.

Heute wird das Paar mit Tochter Monika, Schwiegersohn Jürgen und den beiden erwachsenen Enkelkindern sowie guten Freunden die diamantene Hochzeit feiern.







zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen