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Holsteinischer Courier

16. Dezember 2017 | 08:54 Uhr

Aukrug : Am Boxberg kehrt die Heide zurück

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eine Ausweitung der Heide ist das Ziel der Mulch- und Baggerarbeiten an einem Hang des Boxbergs.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2015 | 09:00 Uhr

Aukrug | Zurück in die Vergangenheit geht es auf dem Boxberg. Eine Ausweitung der Heide ist das Ziel der Mulch- und Baggerarbeiten, die einen kompletten Hang des Boxbergs zunächst einmal in eine Sandbodenwüste verwandelt haben. Als Ausgleichsmaßnahme für die neue 1,2 Hektar große Heidefläche wurden in Sarlhusen 2,5 Hektar neuer Laubwald angepflanzt.

Den Standort für die aktuelle Umgestaltung haben die Herbststürme „Christian“ und „Xaver“ 2013 festgelegt. „Ursprünglich sollte die Heideerweiterung am anderen Südhang direkt an der B 430 stattfinden“, erläutern Petra Harms und Jan-Marcus Carstens vom Naturschutzring Aukrug. Da „Christian“ und „Xaver“ aber auf dem näher Richtung Homfeld gelegenen Hang ganze Arbeit geleistet und nur noch wenige Bäume stehen gelassen hatten, wurde umdisponiert.

„Das Ziel dieser Maßnahme besteht darin, die traditionelle Nutzung und Heidebeweidung wie vor 100 Jahren wieder herzustellen“, sagt Jan-Marcus Carstens. Vor 200 Jahren war der Boxberg noch von einem dichten Buchenwald bedeckt. Nachdem dieser zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgeholzt worden war, verhinderten Weidetiere die Wiederbewaldung. Stattdessen breitete sich großflächig Heide aus. Die Bewahrung und Ausweitung der Heide als eine für Aukrug typische Kulturlandschaft, die sich die Kurt-und-Erika-Schrobach-Stiftung und der Naturschutzring auf die Fahnen geschrieben haben, deckt sich mit den Zielen des europaweiten ökologischen Schutzprogramms „Natura 2000“, zu dessen netzartigem Flächensystem auch der Boxberg gehört.

Die Heide braucht nährstoffarme Bodenverhältnisse. Deshalb wurde auf der zukünftigen neuen Heidefläche die nährstoffhaltige Streuauflage, die sich durch die Nutzung als Nadelwald gebildet hatte, abgetragen. „Zunächst hat ein Mulcher hier die noch übrigen kleinen Bäume sowie Stubben und Äste zerkleinert, eine Stubbenfräse hat das Ganze kleingeschreddert, und dann haben wir mit dem Bagger die Humusschicht abgeschoben und mit Lastwagen abtransportiert“, beschreibt Carstens die erforderlichen Arbeitsschritte. Auf dem jetzt nährstoffarmen Sandboden kann die Heide bestens gedeihen. „Hier können die Heidesamen, die seit 100 Jahren im Boden überdauert haben, wieder aufkommen. Wir müssen also gar keine Heide säen“, erklärt Carstens.

Wenn die Heide wieder da ist, braucht sie aber die Unterstützung von vierbeinigen Landschaftspflegern. „Die Heide muss gepflegt werden, sonst würde die Fläche verbuschen.“ Deshalb werden in Zukunft Ziegen zum Einsatz kommen, um die drohende Verbuschung zurückzudrängen.

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