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Prognose : Altersstruktur: Böcklersiedlung hat aufgeholt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Institut hat die Bevölkerungsentwicklung von Neumünster bis 2030 berechnet. In den Stadtteilen ist viel zu tun.

von
erstellt am 06.Feb.2014 | 04:00 Uhr

Die Bevölkerung wird immer älter – aber wie alt genau wird sie in Tungendorf, Faldera oder der Innenstadt? Auf diese Fragen hat der Hamburger Stadtplaner Jens Rümenapp am Dienstagabend im Rathaus Antworten gegeben. Vor den Mitgliedern des Hauptausschusses und Vertretern der Stadtteilbeiräte stellte er seine Bevölkerungsprognose für 2030 vor. Die hatte die Stadt beim Hamburger Planungsbüro Gertz, Gutsche, Rümenapp in Auftrag gegeben.

Keine Überraschung war die Prognose für die Entwicklung der Einwohnerzahl: Sie wird von 78 500 (Ende 2012) langsam, aber stetig sinken – um rund 3 Prozent auf knapp 76 000. Allein durch den natürlichen Saldo (Sterbefälle minus Geburten) verliert Neumünster pro Jahr rund 250 Personen, und das kann durch Zuzug und Zuwanderung nicht ausgeglichen werden. Die Zahl der Haushalte wird gemäß der Prognose leicht steigen (um 400 auf 39 800), aber die der Haushalte mit Kindern weiter fallen.

In allen Stadtteilen werden 2030 mehr Senioren leben als heute, am stärksten betrifft das Brachenfeld: plus 60 Prozent oder mehr. Aber auch in Ruthenberg (mehr als 50 Prozent Zuwachs), Wittorf und Gadeland (mehr als 40 Prozent), wird es immer mehr Ältere geben. Aufgeholt hat in dieser Hinsicht die Böcklersiedlung, die lange Zeit als stark überalterter Stadtteil galt: Sie hat nach den Sanierungen der vergangenen Jahre längst nicht den höchsten Rentneranteil, aber fast den höchsten Anteil von Single-Haushalten. Die Zahl der Senioren wird in der Böcklersiedlung bis 2030 nur um maximal 10 Prozent zulegen. „Hier gab es zuletzt nur geringe Verluste durch die natürliche Bewegung von Geburten und Sterbefällen“, so der Planer.

Die Herausforderungen dieser Entwicklung liegen auf der Hand, aber der Planer legte sie schonungslos offen: Neumünster braucht in allen Stadtteilen künftig mehr Wohnungen für ältere Menschen mit gut erreichbaren Einkaufs- und sonstigen Versorgungsmöglichkeiten, wird sich wegen des Nachwuchsmangels auch weiter mit der Schließung von Schulen und Kindergärten beschäftigen müssen, wird einen noch stärkeren Fachkräftemangel bekommen. In den Einfamilienhausgebieten werden durch den Generationswechsel verstärkt Immobilien auf den Markt kommen, die häufig energetisch nicht saniert sind. „Kann der Markt das aufnehmen, oder wird es viele Leerstände geben?“, fragte Rümenapp und fügte hinzu: „Stadtentwicklung betraf früher die Innenstadt. Neumünster wird künftig mehr auf seine Stadtteile schauen müssen.“

Eine neue Dienstvereinbarung im Rathaus über das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) hat der Hauptausschuss lediglich zur Kenntnis genommen. Allerdings soll sich der Sozialausschuss intensiver damit beschäftigen, bevor die Ratsversammlung eine Entscheidung fällt. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras will für das BGM eine neue Stelle schaffen (72 000 Euro Personalkosten pro Jahr), um die stark gestiegenen Krankheitstage in der Verwaltung in den Griff zu bekommen.

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