Rendswühren : Altenrade: Mit elf Bauernfamilien fing es an

Ulrich Frohnert, Irma Hansen, Claus-Dieter Portala, Karin und Thomas Manke sind langjährige Einwohner und Siedlerkinder aus Altenrade (von links). Von den bäuerlichen Betrieben sind nur Hobbylandwirtschaften geblieben.
Ulrich Frohnert, Irma Hansen, Claus-Dieter Portala, Karin und Thomas Manke sind langjährige Einwohner und Siedlerkinder aus Altenrade (von links). Von den bäuerlichen Betrieben sind nur Hobbylandwirtschaften geblieben.

Vor 60 Jahren wurde die Siedlung gegründet. Der runde Geburtstag wurde im Kirschenholz gefeiert

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21. Juli 2015, 13:00 Uhr

Rendswühren | Vor 60 Jahren wurde Altenrade als Siedlungsgebiet in Rendswühren neu besiedelt. Elf Bauernfamilien begannen hier ein neues Leben. 60 Jahre Altenrade, das feierten am vergangenen Sonnabend die Altenrader Einwohner mit Freunden und Bekannten und insgesamt über 70 Leuten im Schillsdorfer Landgasthof Kirschenholz.

„Das ist ein Stück lebendige Dorfgemeinschaft“, meinten die Altenrader Karin und Thomas Manke. Dabei wurde auch über die Neubesiedelung des ehemaligen Guts Altenrade gesprochen. Altenrade war im damaligen Bothkamp der letzte Hof, der gesiedelt wurde. So steht es auch in der Bothkamper Chronik, nach der nur die Meierhöfe Siek, Schönhagen und Altbokhorst erhalten blieben. Etwa zwei Drittel der Gutsflächen aus den Gutsdörfern und von vier Höfen wurden ab etwa 1920 in kleinbäuerliche Siedlungen zurückgewandelt. „Die Gründung der elf bäuerlichen Siedlungen in Altenrade fand mit Hilfe der Ostholsteinischen Siedlungsgesellschaft statt“, erinnert sich Thomas Manke. Etwa 17 bis 30 Hektar Land gehörten zu einer solchen Siedlungsstelle. 100  000 Mark kostete eine größere Siedlungsstelle.

Drei bis vier Kühe und Gerät wie Eggen oder Pflüge gehörten zum Start. Die Felder waren bestellt, als sich die ersten Familien aus dem Osten und auch aus Westfalen in Altenrade niederließen. Mankes Eltern Karl und Christel kamen aus Hinterpommern. Mit fünf Geschwistern wurde Thomas Manke auf dem Hof groß. Trotz der vom ehemaligen Gut Altenrade gestellten Kaltblutpferde Mops und Bella sei es für die Eltern mitunter schon eine Plackerei gewesen, den fetten Boden zu beackern, meint Manke, der heute als einstiges Siedlungskind noch einige Ochsen auf der Hofstelle hält. Auch Mankes elterlicher Hof gehörte zu denen, die zu Beginn der 1980er-Jahre als Vollerwerbsbetrieb aufgegeben wurden. Zu klein und nicht wirtschaftlich genug, hieß es. „Heute bestimmen Hobbylandwirtschaft und Wohnen auf dem Land das Bild in Altenrade, ganz ähnlich wie in anderen Siedlungen auch“, meinte Claus Portala, der in der Siedlung geboren wurde.

Auch für Landbegeisterte wie Ulrich Frohnert von den Freunden historischer Landmaschinen ist die Fahrt auf den Acker heute ein Hobby. So spannt der Landmaschinenfreund gern einmal seinen alten MAN-Trecker an und zeigt mit Gleichgesinnten, wie es seinerzeit zuging.

„Wir freuen uns besonders, wenn wir auch neue Menschen in unserer Siedlung erreichen und für die Teilnahme am Leben im Dorf begeistern können“, meinte Karin Manke. Deswegen seien auch Veranstaltungen wie die 60-Jahr-Feier wichtig.  

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