Neumünster : Alte Kleider machen die Tafel froh

Im Wernershagener Weg steht bereits einer der neuen Container der Firma BreEnt.
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Im Wernershagener Weg steht bereits einer der neuen Container der Firma BreEnt.

Die Stadt findet einen neuen Anbieter: Der will deutlich höhere Standplatz-Gebühren zahlen. Davon profitiert auch die Neumünsteraner Tafel.

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25. Mai 2018, 08:13 Uhr

Noch ist der Vertrag nicht unterschrieben. Doch macht die Stadt ihre Hausaufgaben, könnte der Neumünsteraner Tafel ein wahrer Geldsegen ins Haus stehen. Denn inzwischen liegt das Ergebnis der Ausschreibung für 49 Stellplätze von Altkleider-Sammelcontainern vor. Für die Tafel würde die Vertragsunterzeichnung bedeuten, dass sich der ihr zustehende Anteil an den Erlösen fast verzehnfachen würde.

CDU-Fraktionschef Gerd Kühl verschickte eine Mitteilung, in der er das Ergebnis der Ausschreibung bekannt gab. „Ich freue mich sehr, dass das Ausschreibungsergebnis für die Tafel einen Betrag von 55 000 Euro mehr ergibt als vorher. Da waren es 6000 Euro“, so Kühl. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage des Ratsherrn hatte die Stadt bekräftigt, dass der Tafel nach wie vor ein Anteil von 50 Prozent an den monatlichen Erlösen für die Stellplätze zusteht. Gemessen an dem alten, politisch 2014 umstrittenen Vertrag mit dem bisherigen Standplatz-Mieter Texaid steigert die Stadt die Einnahmen erheblich. Texaid hatte seinerzeit 250 Euro Jahresmiete pro Standplatz mit der Stadt vereinbart, so dass ein jährlicher Erlös von 12 000 Euro zusammenkam, von dem die Tafel auf Beschluss des Rates die Hälfte erhalten sollte. Jetzt sind rund 200 Euro im Monat pro Standplatz im Gespräch.

Tafel-Chefin Christina Arpe reagierte gestern überrascht auf die Nachricht: „Ich bin gerade total baff!“, sagte sie gegenüber unserer Zeitung. Sollte es tatsächlich zu entsprechenden Zuschüssen durch die Stadt kommen, könnte sich die Tafel um eine zukunftssichere Unterkunft kümmern. Der Vertrag für einen Teil der derzeitigen Räumlichkeiten an der Kieler Straße läuft Mitte 2019 aus. Auch für den Fuhrpark könne man das Geld gut gebrauchen. Wegen der intensiven Nutzung seien die sechs Fahrzeuge, die die Tafel und die Kindertafel im Einsatz haben, durchschnittlich nach sechs Jahren verschlissen.

Auch Gerd Kühl frohlockt ob des attraktiven Ausschreibungsergebnisses. Nicht nur, dass die CDU den entsprechenden Antrag auf Neuausschreibung in den Rat eingebracht hatte, hebt er hervor. Das Ausschreibungsergebnis bedeute auch, dass man durch die zu erwartenden Einnahmen beschlossene freiwillige Leistungen finanzieren könnte, ohne den Haushalt zu belasten.

Murat Karabas, Geschäftsführer der Firma BreEnt aus Bremen, die die Ausschreibung gewonnen hat und 98 Container aufstellen möchte, bestätigte gestern, gern nach Neumünster kommen zu wollen, trat aber auch auf die Euphoriebremse. Bevor seine Firma den Vertrag mit der Stadt Neumünster unterzeichne, müssten noch einige Bedingungen erfüllt werden.

So habe eine Ortsbesichtigung ergeben, dass Neumünster viel zu wenig gegen das Aufstellen illegaler Altkleidercontainer unternehme. „Die Stadt muss dafür sorgen, dass die verschwinden“, sagte Karabas unmissverständlich. Auch habe man nichts dagegen, wenn neben den gemieteten Standflächen auch DRK-Container stünden, sagte er, aber es seien bis zu fünf, und das wolle er nicht tolerieren. Keine neuen Forderungen: Auch Texaid hatte der Stadt im Dezember 2014 den Standort von 30 illegalen Containern genannt, die dann vom Technischen Betriebszentrum entfernt werden sollten.

Stadtsprecher Stephan Beitz erklärte gestern, auf städtischem Grund gebe es keine illegalen Container, auf privaten Grundstücken habe man allerdings darauf keinen Einfluss.

In der kommenden Woche sollen nach Auskunft Karabas’ in einem Gespräch in Neumünster letzte Details geklärt werden. „Dann werden wir bestimmt eine Lösung hinbekommen.“

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