zur Navigation springen

Finale des SHFV-Pokal : Als in Kropp das Rotfieber ausbrach

vom

Rückblick auf die bisherigen Duelle der Finalisten im SHFV-Pokal: Nacktes Zahlenwerk spricht klar für den VfR Neumünster.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 07:57 Uhr

Neumünster | Wenn sich am Himmelfahrtstag um 18 Uhr Regionalligist VfR Neumünster und der klassentiefere SH-Liga-Vertreter TSV Kropp im Finale des SHFV-Pokals gegenüberstehen, ist das gewiss kein Leckerbissen für Fußball-Nostalgiker. Aber doch gibt es in der jüngeren Vergangenheit so manches Duell zwischen beiden Clubs, das in die Rubrik "unvergessen" fällt.

Es dauerte lange, ehe Rasensport und die Rot-Schwarzen das erste Mal überhaupt aufeinander trafen: Am 15. Oktober 2005 gastierte Lila-Weiß an der Norderstraße. VfR-Trainer Kurt Hesse stand nach sechs Niederlagen in Folge unter Druck, doch mit einem 4:0 in Kropp bremsten die "Veilchen" seinerzeit ihre Talfahrt in der Oberliga Nord. Dreifacher Torschütze war Erkan Kilicaslan, einen Treffer steuerte der noch heute für Rasensport spielende Marinko Ruzic bei. Für Hesse war das aber nur ein kurzes Zwischenhoch, er musste nach einer weiteren Negativserie rund zwei Monate später seinen Posten an der Geerdtsstraße räumen.

Für den VfR allerdings war das erste Duell mit Kropp der Auftakt zu einer bis heute bemerkenswerten Serie gegen das Team aus dem Kreis Schleswig-Flensburg. In bislang 13 Pflichtspielen gab es keine einzige Niederlage für die Neumünsteraner, die in Punkt- und Pokalspielen gegen Kropp neun Siege und drei Unentschieden einfuhren und dabei 29:7 Tore erzielten. Allerdings - und das ist ein statistischer Mutmacher für den SH-Ligisten - landeten die Rot-Schwarzen alle drei Remis an der Geerdtsstraße - und genau dort findet ja am 9. Mai das große Finale statt.

Apropos Finale: Am Ende der Saison 2005/06 spielten der VfR, Eider Büdelsdorf und Kropp am letzten Spieltag zwei weitere Oberligaabsteiger neben dem Meiendorfer SV und dem Brinkumer SV aus. Lila-Weiß gewann gegen den FC St. Pauli II durch einen Ruzic-Treffer mit 1:0, sodass den Rot-Schwarzen ein 5:2 über Bergedorf 85 nichts mehr einbrachte. Immerhin überflügelte neben dem VfR auch Kropp noch Büdelsdorf, das durch ein 1:3 beim SV Meppen vom rettenden 14. Platz auf den Abstiegsrang 16 zurückfiel. Den Abstieg der Kropper verhinderte dies indes nicht.

Richtig wild wurde es zwischen den "Veilchen" und ihrem SHFV-Pokal-Finalkon trahenten am 19. April 2008. Die höchste Landesklasse hieß damals noch Verbandsliga, und in genau der erwartete Kropp den VfR an der Norderstraße. Nach diversen fragwürdigen Entscheidungen legten sich die Gäste mit Schiedsrichter Olaf Sulimma an. Der Mann aus Kappeln saß, vielmehr stand am längeren Hebel und stellte erst Nils Niedermeyer (21.) sowie später auch noch dessen Kapitän Carsten Pukaß (53.) vom Platz. Mit neun gegen elf allerdings machte der spätere Vizemeister VfR Unmögliches wahr und erzielte durch einen von Faruk Celik direkt verwandelten Eckstoß in der 66. Minute in schier hoffnungsloser Lage das 1:0-Siegtor. Der Courier titelte "Wahnsinn! Rasensport gewinnt zu neunt" und schrieb damals von einem "denkwürdigen Topspiel", einem "Schiedsrichter außer Rand und Band", aber auch von einem "Drama um VfR-Spieler Kazu Kadem Said". Der Iraker war nur vier Minuten nach seiner Einwechslung mit Kropps Marc Böhnke zusammengeprallt und blieb regunglos liegen. Da schmerzstillende Spritzen notwendig waren, die die Besatzung des herbeigerufenen Rettungswagens nicht verabreichen durfte, musste gar ein Notarzt per Hubschrauber eingeflogen werden, um den Kicker mit einem Jochbeinbruch in die Kieler Uni-Klinik zu transportieren.

Der bislang letzte Vergleich datiert vom 22. April 2012 in der Schleswig-Holstein-Liga. Der VfR gewann mit 3:1, doch - und da waren sich alle Beobachter einig - Kropp hinterließ einen ganz starken Eindruck. Und genau der sollte allen Rasensportlern für das unbequeme Duell am Himmelfahrtstag Warnung genug sein, das Spiel bloß nicht im Vorwege schon als gewonnen abzuhaken. Schließlich soll das Finale ja zumindest aus VfR-Sicht zum Leckerbissen werden - egal, was die Fußball-Nostalgiker darüber auch denken mögen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen