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Auszeichnung : Als die Täter zuschlugen, griff er ein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Andreas James Martin erhielt den Förderpreis für Zivilcourage von der Stadt.

„Angst hatte ich nicht. Man hört jemanden um Hilfe schreien, und dann läuft man sofort hin“, sagte Andreas James Martin. Der 40-jährige Kieler wurde gestern zu Beginn der Ratsversammlung für sein mutiges Eingreifen bei einer Gewalttat mit dem Förderpreis für Zivilcourage ausgezeichnet.

Seit 2001 verleiht die Stadt diesen Preis getreu dem Leitsatz „Nicht wegschauen – helfen“. Und das machte Martin am frühen Morgen des 27. Aprils. An diesem Tag wurden vier Jugendliche Zeuge, als zwei polizeibekannte 19-Jährige einen Obdachlosen auf dem Postparkplatz angriffen. Als die Jugendlichen sich einmischten, griffen die Schläger zu Pfefferspray.

Der zufällig vorbeikommende Andreas James Martin erkannte die Situation sofort und eilte zu Hilfe. Dabei wurde er hinterrücks von einem der Schläger attackiert und – schon am Boden liegend – mit einem Teleskop-Schlagstock verletzt. Die von den Jugendlichen alarmierte Polizei konnte bei der sofort eingeleiteten Fahndung schließlich die beiden 19-jährigen Schläger an der Färberstraße festsetzen. Sie müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Das Strafverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

„Sie haben sich vorbildlich für die Gesundheit anderer eingesetzt und außerordentlichen Mut beweisen“, sagte Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek, der die Urkunden und den mit 1000 Euro dotierten Preis überreichte. Das sei nicht selbstverständlich. „Andere hätten vielleicht weggeschaut. Möge Ihr Beispiel Mut machen“, sagte Strohdiek. Die Polizeidirektion hatte Martin für den Preis vorgeschlagen. Zuletzt wurde er im Jahr 2010 für die Rettung eines schwer Verletzten aus Lebensgefahr verliehen.

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