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Historischer Fund : Als der Austräger das Courier-Abo noch in bar kassierte

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Anna und Andreas Raschkowski haben Bezugsquittungen aus den Jahren 1958 und 1965 in ihrer Sammlung gefunden.

Neumünster | Für Anna (82) und Andreas Raschkowski (83) gehört der Courier einfach zum Frühstück. „Wir wollen doch wissen, was im Ort und in Neumünster passiert“, sagt das Ehepaar aus Husberg. 1957 heirateten der Rendswührener Herren- und Damenschneider und die Altenrader Hauswirtschafterin, ein paar Monate später bestellten sie ihr Courier-Abonnement. Nun hat Andreas Raschkowski noch erste „Bezugsquittungen“ gefunden. Damals wurde nämlich die Zeitung am Ende des Monats an der Haustür beim Austräger bar bezahlt.

Bei den Raschkowskis war es eine Austrägerin. „Frau Schwarzloh war sehr zuverlässig und lange Zeit dabei. Wir haben oft über die Themen im Courier geplaudert“, erinnert sich das Paar. Für 4,30 DM gab es im März 1958 die neusten Nachrichten. Auf der Rückseite des gelben Quittungszettels waren verschiedene Wappen zum Sammeln abgedruckt. Etwas schmuckloser war der Nachweis sieben Jahre später; die Abogebühren lagen bei 5,45 DM.

Gefunden hat Andreas Raschkowski die historischen Belege in seiner großen Sammlung von Zeitungsberichten. „Ich schneide seit jeher Interessantes aus und klebe es in Hefte ein“, erzählt der Rentner, der früher bei Marsian und später in der Standortverwaltung gearbeitet hat. Ob politische Ereignisse, die neusten Erfindungen oder Berichte über die Olympischen Spiele: Unzählige Hefte liegen im Regal. Während er am liebsten den Sportteil durchblättert und sich über die Spiele des VfR informiert, schaut sie zunächst auf die Familienanzeigen: „Ich will doch wissen, wer gestorben ist“, sagt Anna Raschkowski.

Mitte der 80er-Jahre wurde das Kassieren an der Haustür dann abgeschafft. Seither werden die Bezugsgebühren monatlich vom Girokonto abgebucht. „Die Zeitung kommt seitdem auch immer schon ganz früh am Morgen“, sagt Andreas Raschkowski.

Nur ein einziges Mal wäre das Abonnement der Raschkowskis fast gekündigt worden. Als der Courier 2001 in den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag wechselte, gab es einen Zahlendreher in der neuen Kundennummer. Die abgebuchten Monatsgebühren wurden nicht richtig zugeordnet. „Ich bin dann ins Kundencenter am Gänsemarkt und habe einen Regenschirm als Entschuldigung erhalten. Mit einer Monatsquittung wäre das nicht passiert“, sagt Andreas Raschkowski schmunzelnd.

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erstellt am 12.Mär.2015 | 07:30 Uhr

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