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Stadtgeschichte : Als das Tunneleck noch einen Giebel hatte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die ehemaligen Wirtsleute Kornelia und Detlef Tödt haben ein altes Foto mit Sammlerwert

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 17:00 Uhr

Kornelia Tödt (59) und ihr Mann Detlef (65) aus Ruthenberg hüten ein altes Foto mit Sammlerwert aus früheren Zeiten wie einen Schatz: Es zeigt die Gaststätte Tunneleck an der Fabrikstraße 44 nahe des Tunnels zur Linienstraße vermutlich in den 1920er- oder 30er-Jahren, als es noch ein stattliches Haus mit Giebel und Fachwerk war. Es war damals eine renommierte Adresse: In Zeiten, als es noch kein Fernsehen gab, war es Kommunikations- und Treffpunkt für die ganze Stadt. Jubiläen, Konfirmationen, Geburtstage und Hochzeiten wurden hier gefeiert.

Früher, vor dem Zweiten Weltkrieg, führten Emil und Frieda Tödt die Gaststätte, darüber wurden „Fremdenzimmer“ vermietet. Emil Tödt war der Onkel von Herbert Tödt, dem Vater von Detlef. In der letzten Kriegswoche 1945, als Neumünster von den Alliierten unter Beschuss genommen wurde, traf ein Bombenteppich die Wasbeker Straße. Die Druckwellen zerstörten das Haus; die Bewohner überlebten im Keller.

Das heutige eingeschossige Gebäude wurde aus den Steinen der Ruine aufgebaut, weiß Kornelia Tödt. Eine Zeit lang war vorne eine Gaststätte, und hinten zum Tunnel hin gab es Bier-Außer-Haus-Verkauf. Kornelia und Detlef Tödt übernahmen die Gaststätte 1976 und bewirteten ihre Gäste bis 1983. Danach wurde das „Eck“ verpachtet – unter anderem an Klaus Leschkus, den Betreiber der Diskothek Belle Epoque und des Restaurants Speisekammer.

2013 verkauften die Tödts das Haus. „Das Foto war bisher gerahmt und hing früher im Gasthof. Es ist vermutlich das einzige Foto vom alten Tunneleck. Es wäre schade, wenn es verloren gehen würde. Nun sollen es die Courier-Leser doch zumindest einmal sehen können“, sagt Kornelia Tödt.

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