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Lebenserfahrungen : Als Au-pair im Land der Kiwis und Hobbits

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Laura Teßmann (19) aus Tungendorf lernte über zehn Monate Land und Leute in Neuseeland kennen. Der entschleunigte Lebensstil dort hat sie besonders beeindruckt.

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erstellt am 17.Nov.2014 | 09:00 Uhr

Neumünster | Ein aufregendes Jahr mit vielen spannenden Eindrücken und Erlebnissen liegt hinter Laura Teßmann. Die 19-jährige Tungendorferin war ein Jahr als Au-pair in Neuseeland. Im Courier beschreibt sie ihre Eindrücke von der anderen Seite unseres Planeten.

„Es war eine unglaublich tolle Zeit, ich bin immer noch überwältigt, das ist landschaftlich eines der beeindruckendsten Länder und sehr vielfältig“, sagt sie. Obwohl es ein großer Schritt ist, zehn Monate ins ferne Ausland zu gehen, bereut sie es keine Minute. Sie hat Land und Leute kennengelernt und Lebenserfahrung gesammelt: „Man schaut über den Tellerrand.“

Lange hat die junge Tungendorferin überlegt, bevor sie den Schritt wagte. „Es ist eine ganz neue Situation, man lässt sich auf eine neue Kultur ein, obwohl Neuseeland kein Kulturschock ist.“

Ihre Mutter Marion, unterstützte sie bei ihren Plänen. „Es gibt viele Möglichkeiten, Kontakt zu halten, auch mit meinem Bruder Neels (22) und meiner Schwester Lynne (17) – auf Facebook, über Skype“, sagt Laura. „Gescypt“ hat sie vorher auch mit ihrer Gastfamilie – „man kann nie wissen, ob die Chemie stimmt.“

Aber sie stimmte. Das Jahr bei Darron Priest, seiner deutschstämmigen Frau Petra, die mit 16 mit ihren Eltern aus Bayern auswanderte, Zack (5) und den Zwillingen Zoe und Zackia (3) war positiv. „Ich musste mich zwar ein wenig hineinfühlen in die Familien-Regeln, vor allem in puncto Kindererziehung, aber ich war als Familienmitglied integriert und auch viel mit der Familie unterwegs.“

Laura lobt das American Institute For Foreign Study (AIFS), das das Au-pair-Jahr organisierte. Alles war vertraglich geregelt, die Aufgaben, die Arbeitszeit, die Bezahlung und das freie Wochenende. Sie unternahm mit der Familie, aber auch mit anderen Au-pairs viele Ausflüge, sah Hobbiton, den Schauplatz des Kultfilms „Herr der Ringe“, machte einen „Sky-Dive“ (Tandem-Fallschirmsprung), besuchte Auckland und den Nationalpark Tongariro, lernte Interessantes über die Maori-Ureinwohner oder begegnete Menschen mit internationaler Herkunft. „Neuseeland ist beliebt bei jungen Leuten, die als Backpacker durchs Land reisen“, sagt Laura.

Sie hat die Art der „Kiwis“, so der Spitzname der Neuseeländer, kennnen- und schätzengelernt. „Die Mentalität ist ganz anders, die Menschen sind offener und freundlicher als in Deutschland. Sie leben nicht so beschleunigt und mit der Karriere im Blick. Sie haben viel Interesse an anderen Dingen, an anderen Kulturen.“ Ihr Gast-„Dad“ Darron war erstaunt, als er hörte, dass man in Deutschland einen Beruf wählt, den man möglicherweise bis zur Rente ausübt. „Das konnte er sich nicht vorstellen. Man probiert dort etwas aus, je nach Fähigkeiten, Vorlieben und Talenten. Er hatte bestimmt schon seinen fünften Job. Auch das sorgt für einen eigenen Lebensstil“, sagt die Tungendorferin. Das aber auch hier in Deutschland zu leben, fände sie schwierig: „Es ist schwer, gegen den Strom zu schwimmen.“ Für sich persönlich habe sie entschieden, privat entschleunigter zu leben.

Ihre Sprachkenntnisse hat Laura klar verbessert, sie studiert jetzt Anglistik und Französisch auf Lehramt. In diesem Jahr habe sie aber auch an Selbständigkeit und Offenheit gewonnen , sagt Laura. Sie kann sich gut vorstellen, erneut längere Zeit im Ausland zu verbringen: „Es sind neue Wege und Möglichkeiten entstanden.“ Aber: „Auch wenn man woanders ein zweites Zuhause hat, bleibt Neumünster doch Heimat.“

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