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Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 12:15 Uhr

Rickling : Alle spüren den Zauber der Zeit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Psychiatrischen Zentrum des Landesvereins für Innere Mission in Rickling wird für Weihnachten gebastelt, gebacken und heimlich eingekauft.

Rickling | Im Haus 5a im Fachpflegebereich des Psychiatrischen Zentrums des Landesvereins für Innere Mission in Rickling herrscht heimelige Adventsstimmung. Alles ist hübsch dekoriert, und seit Wochen wird schon fleißig an Geschenken gebastelt, es werden Plätzchen gebacken und Vorbereitungen für die Bescherung am Heiligen Abend getroffen.

Neben den Aktivitäten im Haus gehören für die Bewohner jetzt gemeinsam mit ihren Betreuungskräften aber unter anderem auch Besuche auf Weihnachtsmärkten und heimliche Einkaufstouren mit zum Programm.

„Sehr beliebt sind ebenso Kinonachmittage, an denen zum Beispiel die Weihnachtsklassiker ,Drei Nüsse für Aschenbrödel‘ oder ,Die Feuerzangenbowle‘ gezeigt werden“, erzählte die stellvertretende Wohnbereichsleiterin Dorota Artichowicz. „Denn obwohl die zurzeit 31 Bewohner im Alter von 37 bis über 80 Jahren allesamt schwer psychisch krank sind, spüren sie dennoch den Zauber dieser Zeit“, führte sie weiter aus.

Zu den Krankheitsbildern der Bewohner zählen chronische Suchterkrankungen, Schizophrenie sowie zahlreiche andere massive Persönlichkeitsstörungen. „Manche Bewohner leben schon Jahrzehnte hier. Es ist ihr Zuhause geworden. Wir sind wie eine Familie. Denn viele haben keine Angehörigen mehr, oder der Kontakt ist abgebrochen“, erklärte die Wohnbereichsleiterin Maria Kobiak.

Einen Höhepunkt in den Wochen vor dem Fest bildet deshalb die gemeinsame Adventsfeier. Dann sind die Tische im Gemeinschaftsraum hübsch eingedeckt. Es gibt Kaffee und Kuchen. Und die Diakonin Monika Pade sorgt in Begleitung des Kirchenmusikers Enno Gröhn mit Liedern und Geschichten für eine gemütliche Atmosphäre, in der sich auch die 66-jährige Gisela U. sichtlich wohlfühlte. „Dennoch kommt es natürlich vor, dass jemandem in dieser Atmosphäre die Tränen kommen. Dann muss muss man da sein und trösten. Solche Situationen machen einen selbst dann demütig und dankbar für die eigene Familie und deren Wohlergehen“, waren sich die Mitarbeiterinnen einig.  


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