Menschen des Jahres in Neumünster : „Alle Nominierten sind Gewinner“

Über ihre Urkunden freuten sich (von links) Horst Saggau, Gerlinde Gullert und Heike Norda – alle erhielten jeweils über 300 Stimmen beim sh:z-Wettbewerb „Menschen des Jahres“. Gerlinde Gullert, Geschäftsführerin des Mädchen-Musikzuges, lag knapp an der Spitze.
Über ihre Urkunden freuten sich (von links) Horst Saggau, Gerlinde Gullert und Heike Norda – alle erhielten jeweils über 300 Stimmen beim sh:z-Wettbewerb „Menschen des Jahres“. Gerlinde Gullert, Geschäftsführerin des Mädchen-Musikzuges, lag knapp an der Spitze.

Gerlinde Gullert lag knapp an der Spitze. Auch Heike Norda und Horst Saggau erhielten über 300 Stimmen.

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12. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Neumünster | Die Entscheidung war denkbar knapp: Mit nur wenigen Stimmen Vorsprung wurde Gerlinde Gullert gestern zum „Menschen des Jahres 2017“ des Holsteinischen Couriers erkoren. Doch die Geschäftsführerin des Mädchen-Musikzuges war sich mit allen anderen einig: „Alle Nominierten sind Gewinner. Das zollt dem ehrenamtlichen Engagement Respekt.“

In einer kleinen Feierstunde überreichte Hannes Harding, Redaktionsleiter des Couriers, Urkunden und Blumensträuße an alle drei. „Für uns ist es wichtig, das Ehrenamt hervorzuheben. Die Nominierung ist bereits die Auszeichnung“, betonte Harding. Fast 1000 Courier-Leser hatten ihr Votum per Coupon oder via Internet abgegeben; 355 Stimmen entfielen auf Gerlinde Gullert.

Auch die Gründerin die unabhängige Vereinigung aktiver Schmerzpatienten „Schmerzlos“, Heike Norda, und Horst Saggau, der sich für den Ausbau des Mehrgenerationenhauses in Tungendorf engagiert, hatten jeweils über 300 Stimmen. „Sie sind in unseren Augen alle Gewinner“, stellte Harding fest. Er betonte, wie wichtig das Ehrenamt im gesellschaftspolitischen Leben ist: „Es ist unverzichtbar, das Ehrenamt ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält.“ 43 Prozent aller Schleswig-Holsteiner engagierten sich in ihrer Freizeit, ob in Vereinen oder Verbänden, der Feuerwehr, in der Kirche oder auf anderen Themenfeldern – das sind rund eine Million Menschen.

Die Geehrten waren gerührt und motiviert und sahen ihre Sache vor der persönlichen Auszeichnung. „Ich hätte nie gedacht, dass nach der großen Auszeichnung mit dem Bundesverdienstorden im November mich in diesem Jahr noch eine Ehrung erwischt. In dieser Stadt gibt es noch viele Menschen, die sich ähnlich engagieren und für die wir drei diese Ehrung entgegennehmen“, sagte Gerlinde Gullert (74). Sie ist seit 28 Jahren als Geschäftsführerin die „Mutter der Kompanie“ des Mädchen-Musikzuges und hat das Orchester weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins zum Aushängeschild gemacht.

„Ich habe mich gefreut, dass ich nominiert wurde, das ist ein Gewinn für unseren Verein, aber auch für die gesamte Selbsthilfebewegung. Selbsthilfe ist inzwischen salonfähig geworden, wir erheben unsere Stimme auch politisch, um auf soziale Ungerechtigkeiten hinzuweisen“, sagte Heike Norda (56), die die Schmerz-Selbsthilfe mit ihrem Mitstreiter Hartmut Wahl organisiert.

„So weit wollte ich gar nicht in Erscheinung treten“, gab sich Horst Saggau bescheiden. Die Arbeit für das Mehrgenerationenhaus mache ihm sehr viel Spaß: „Aber ich habe für das ganze Team gewonnen. Es ist schön, dass so viele an einem Strang für diese Sache ziehen.“

Nach der Ehrung gab es einen regen Gedankenaustausch über das Ehrenamt und wie man mehr Menschen dafür gewinnen kann. „Diese Aufgaben bereichern das Leben ungemein“, stellten alle drei dabei einhellig fest.

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