Verkehrserziehung : Alle Kinder werden gute Fußgänger

„Links, rechts, links gucken, dann Arm nach vorne und zügig die Straße überqueren“: Polizist Ingo Köhler  eskortierte die Kita-Kinder  beim Überqueren der Straße.
„Links, rechts, links gucken, dann Arm nach vorne und zügig die Straße überqueren“: Polizist Ingo Köhler eskortierte die Kita-Kinder beim Überqueren der Straße.

24 Kinder der integrativen Lebenshilfe-Kita lernen das richtige Verhalten im Straßenverkehr.

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02. Juli 2014, 11:15 Uhr

Neumünster | Was ist das? Polizist Ingo Köhler vom 2. Revier schlendert über die Straße, guckt in die Luft, läuft Schlangenlinien, ignoriert die heranfahrenden Autos, trödelt. Neyla, Guiliana, Travis, Nico und die anderen machen große Augen. Nein, so geht man ganz gewiss nicht über die Straße, das wissen die Kinder der integrativen Lebenshilfe-Kita an der Roonstraße. Sie legten gestern ihren Fußgänger-Führerschein ab – nach fünf Wochen intensiver Vorbereitung.

Gut sichtbar in neonfarbenen Westen – so trappelten die 24 Kinder von ihrer Kita zur Augustenburger Straße. Das Besondere: Alle Kinder, die im Sommer eingeschult werden, machten mit – auch die zwölf mit Förderbedarf. „Wenn ein Kind sich nicht so lange konzentrieren kann, nehmen wir Rücksicht und betreuen das Kind individuell“, betonte die Kita-Leiterin Kristin Walle. Diese Mädchen und Jungen wurden besonders aufmerksam an die Hand genommen – und alle mussten in einer realitätsnahen Situation zeigen, dass sie etwas gelernt hatten. „Wo geht man über die Straße?“ – „Was ist das für ein Schild, und wie verhalten wir uns?“ Alle Fragen von Ingo Köhler und seinem Kollegen Jörg Neumann wurden richtig beantwortet. Einzelne Kinder zeigten, wie es geht: An den parkenden Autos vorbei zu einem offenen Stück Straße gehen, dann „links, rechts, links“ gucken, Arm nach vorne strecken und über die Straße gehen. „Und nicht zu langsam!“, ermahnte Köhler die Kinder. Dann hieß es: „Die Gruppe folgt!“ Alle hielten den Arm nach vorne – und die meisten Radfahrer und Fußgänger hielten an. Stirnrunzeln gab es bei einem Taxifahrer, der auf Höhe der Kinder wieder Gas gab. „Manche Erwachsenen müssten auch einen Führerschein machen. Die Kinder beobachten, wenn ein Großer bei Rot über die Ampel geht und wundern sich dann“, kritisiert Kristin Walle.

Geübt wurde auch das Zebrastreifen-Überqueren oder das richtige Verhalten an einer Ampel – so lange, bis es auch bei den Langsameren klappte. Fünf Wochen hatten die Erzieherinnen das vorbereitet, in der Kita Schilder und eine Baustelle aufgebaut. Das Projekt Führerschein in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem ADAC läuft bereits seit sechs Jahren; die Kita des Lebenshilfewerks macht seit drei Jahren mit. 2014 nehmen insgesamt fünf Kitas aus Neumünster mit 100 Kindern teil, so Köhler. Am Ende gibt es einen richtigen Ausweis – mit Polizeistempel.

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