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Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 12:46 Uhr

Polizeibericht : Alkoholsündern auf der Spur

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Polizei überprüfte in fünf Stunden 450 Autofahrer: Nur ein Betrunkener ging ins Netz.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 05:30 Uhr

Großkontrolle vor der Holstenhalle: Insgesamt 16 Polizeibeamte aus Rendsburg und von der Bereitschaftspolizei aus Eutin überprüften am Donnerstagabend rund 450 Autofahrer und ihre Fahrzeuge. Über fünf Stunden, von 18 bis 23 Uhr, wurden die Fahrzeuge von der Straße gewunken. Insbesondere hatten die Beamten dabei den Alkohol- und Drogenmissbrauch im Blick. Allerdings: Lediglich ein Fahrzeugführer muss sich wegen Trunkenheit im Verkehr verantworten.

Die Rendsburger Straße stadtauswärts war für die Kontrolle auf eine Fahrspur reduziert, um schließlich jedes Auto per Kelle auf die Justus-von-Liebig-Straße zu leiten. Dort nahm ein anderer Polizeibeamter den ersten Kontakt mit den Fahrzeugführern auf.

„Hier zählt schon mal der erste Eindruck. Der erfahrene Beamte schaut sich die jeweiligen Fahrer und ihre Fahrzeuge ganz genau an“, erklärte Polizeisprecher Rainer Wetzel vor Ort. Manche durften ihren Weg fortsetzen. Die meisten Autofahrer kamen an einer genaueren Kontrolle jedoch nicht vorbei.

„Es ist die Zeit der Weihnachtsmärkte und Betriebsfeiern. Manche trinken Glühwein und fahren anschließend trotzdem mit dem Auto nach Hause. Dem wollen wir mit derartigen Kontrollen entgegenwirken“, sagte Einsatzleiter Rainer Tschirne vom Polizeibezirksrevier Rendsburg.

Ob Alkohol im Spiel ist, schnuppern die Beamten in der Regel schon im ersten Gespräch. Um herauszufinden, ob der Kontrollierte unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss steht, bedarf es eines Drogenvortests. Zunächst wird die Pupillenreaktion geprüft. „Ich leuchte den Autofahrer indirekt mit einer Taschenlampe an. Sollten die Pupillen nicht normal auf Lichteinfall reagieren, was unterschiedliche Gründe haben kann, gehen wir einen Schritt weiter“, erläuterte Polizeimeisterin Sina Höhling. Dann steht eine Urinprobe an. Ein Teststreifen verrät, welche Droge der Autofahrer konsumiert hat.

Auch Marcel Prozel aus Neumünster ließ sich in die Augen leuchten, stellte auf Anweisung seine Füße dicht beieinander und folgte nur mit seinen Pupillen dem Finger eines Beamten. Auch er wurde zum Urintest gebeten, allerdings mit Negativ-Ergebnis: „Es ist alles in Ordnung. Die Prozedur war trotzdem nicht schlimm für mich. Ich habe nichts zu verbergen, und ich finde es auch gut, dass die Polizei derartige Kontrollen macht“, sagte Prozel.

Überhaupt war die Akzeptanz für die Kontrolle bei den Autofahrern groß, die Lage blieb durchweg entspannt. Nach einer Stunde ging der erste Sünder ins Netz: Ein Firmenwagenfahrer einer Tischlerei aus dem Kreis Segeberg pustete einen Atemalkoholwert von 1,57 Promille. Er gab an, kurz vorher ein Bier getrunken zu haben, und bekam die Chance, sich den Mund auszuspülen. „Wenn man kurz zuvor etwas getrunken hat, kann es schon sein, dass ein höherer Wert angezeigt wird. Ein weiterer gemessener Wert kann danach durchaus niedriger ausfallen“, erklärte Rainer Wetzel. In diesem Fall blieb es jedoch bei dem hohen Wert, sodass es für den 48-Jährigen nun zur Blutprobenentnahme zum Autobahnrevier ging – auf der Rückbank eines Streifenwagens. Sein Führerschein wurde beschlagnahmt, und er muss sich wegen Trunkenheit im Straßenverkehr verantworten.

Insgesamt mussten 14 Autofahrer pusten, 22 Personen wurden einem Drogenvortest unterzogen – alle waren jedoch sauber. Polizeisprecher Rainer Wetzel kündigte weitere Kontrollen für die kommenden Wochen an.

 

 


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