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Alexandra: Theater erinnert an die legendäre Sängerin

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erstellt am 06.Mai.2013 | 03:59 Uhr

umünster | "Mein Freund der Baum ist tot", "Zigeunerjunge" oder "Walzer des Sommers" - diese Titel sind für viele Musikfreunde mit einer tiefen, etwas rauchig klingenden Stimme und einem ganz speziellen Timbre verbunden. Es ist die Stimme einer Frau, die in kurzer Zeit zum Star wurde, mit 27 Jahren starb und dennoch in der Erinnerung blieb. Das kurze Leben der Doris Treitz, die den Künstlernamen Alexandra annahm, machte Michael Kunze zu einem Schauspiel mit Musik.

Er zeichnete die wichtigen Stationen ihres Lebens nach, immer begleitet von den dazu gehörenden Schlagern, Folksongs und melancholischen Liedern, die Alexandra am liebsten sang. Kunze, Urheber so großer Musicals wie "Elisabeth", "Tanz der Vampire", "Rebecca", wählte für "Alexandra - Glück und Verhängnis eines Stars" ein kleineres Format mit nur einer Sängerin, begleitet von einem Keyboard (Andreas Peschel) und einer Gitarre. Dazu sieben Mitspieler, die in viele Rollen schlüpfen mussten und ihre Funktionen als Alexandras Lebensbegleiter angemessen erfüllten.

Das Gastspiel des Tourneetheaters Landgraf, das die Aufführung vom Schlosspark-Theater Berlin in der schlichten Inszenierung von Adelheid Müther übernahm, kam nach etwas schleppendem Beginn im ausverkauften Theater in der Stadthalle gut an.

Jasmin Wagner, die sich in Vita und Lieder der Alexandra einfühlte, präsentierte eine angenehme Stimme. Man hörte der attraktiven Sängerin gerne zu - auch wenn Jasmin Wagner ein spezielles Timbre à la Alexandra nicht zur Verfügung stand.

Doris Treitz wurde am 19. Mai 1942 in Heidekrug/Memelland geboren, flüchtete mit ihrer Familie nach Kiel, lernte Klavierspielen, sang "Bass" im Kirchenchor, besuchte das Ricarda-Huch-Gymnasium. Sie begann eine Grafikausbildung an der Muthesius-Schule, wechselte ans Hamburger Konservatorium und weiter zur Meisterschule für Mode. Mit 20 Jahren verdiente sie sich Geld in Kneipen und Restaurants und heiratete den 30 Jahre älteren Nikolai Nefedov; ein Jahr später kam Sohn Alexander auf die Welt, dann folgte die Scheidung.

Während ihrer Schauspielausbildung trat Doris Nefedow 1966 im "Theater am Fürsthof" in Neumünster in dem Stück "Cages/Käfige" von Lewis John Carlino auf. Im gleichen Jahr begann ihre musikalische Karriere als "Alexandra". Sie geriet in die Unterhaltungsmaschinerie, arbeitete mit Hazy Osterwald, Udo Jürgens und Adamo, spielte in Filmen, tourte durch Europa und Brasilien - und war mit 27 Jahren physisch und psychisch ausgelaugt. Sie wollte sich eine Auszeit nehmen, fuhr am 31. Juli 1969 mit ihrem Auto nach Sylt und verunglückte tödlich in der Nähe von Tellingstedt.

Die nie ganz geklärte Unfallursache führte zu mancherlei Verschwörungstheorien und Legenden um die Sängerin, die auch Teil des Musicals "Alexandra" sind. Für die unterhaltsame Aufführung mit ernsthaften Momenten erhielten Jasmin Wagner und ihre Mitakteure im Theater in der Stradthalle viel zustimmenden Beifall.

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