Aleviten im Hungerstreik

Erdogan Biçici
Erdogan Biçici

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05. Februar 2016, 16:54 Uhr

Mit einem dreitägigen Hungerstreik protestieren seit gestern zehn Männer und Frauen des Alevitischen Kulturvereins gegen die „Vertreibungspolitik“ der türkischen Regierung in ihrer Heimat. Unter dem Deckmantel der staatlichen Terrorbekämpfung durchlebe die kurdische Bevölkerung derzeit eine Welle staatsgelenkten Terrors, sagte Erdogan Biçici, Vorsitzender des Vereins. Mit der symbolischen Aktion wolle man auf das brutale Vorgehen der türkischen Regierung aufmerksam machen. Über die Hintergründe der von der Erdogan-Regierung gesteuerten Gewalt gebe es hierzulande leider noch immer ein verzerrtes Bild, bedauert Biçici. Erdogan und seiner Partei AKP gehe es weniger darum, die kurdischen Kämpfer zu stellen, als vielmehr die Städte und Dörfer zu bestrafen, die die AKP nicht gewählt haben. Die Strafexpedition mit Toten und Verletzten richte sich gezielt gegen die Zivilbevölkerung, sagte Biçici.

Ähnliche Protestaktionen gibt es derzeit in zahlreichen deutschen Städten. In seiner Sitzung am 15. Februar will sich auch der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie mit dem Thema befassen.

Die Hungerstreikenden wollen bis Sonntag 16 Uhr keine Nahrung zu sich nehmen, stellen sich am Vereinssitz in der Altonaer Straße 12 aber während dieser Zeit den Fragen Interessierter.

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