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Hilfsaktion : Aleksander unterstützt seine Landsleute

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

OTN-Mitarbeiter mit bosnischen Wurzeln organisiert mit Hilfe seines Chefs eine Spendenaktion für die Flutkatastrophen-Opfer.

Neumünster | Die schrecklichen Bilder der Flutkatastrophe in Serbien und Bosnien-Herzegowina erreichen die Neumünsteraner Mitte Mai via TV-Bildschirm. Doch Aleksander Petres (21) war vor Ort, als die Wassermassen die Regionen überfluteten und der Pegel ständig stieg. Er ist in Neumünster geboren, seine Eltern Burko und Karnafilka kommen gebürtig aus Bosnien. „Wir waren vom 29. April bis zum 15. Mai in Banjaluka in Nord-Bosnien in Urlaub, als die Flutkatastrophe sich ankündigte.“ Jetzt möchte der Mitarbeiter der Firma OTN an der Wendenstraße Sach- und Geldspenden für die Flutopfer sammeln – und sein Chef, Prokurist Klaus Wallus, unterstützt ihn dabei.

„Wichtig ist uns das Persönliche. Aleksander Petres war vor Ort, da haben wir gedacht, wir müssen nicht nur reden, sondern auch etwas Konkretes tun. Wir fragen zurzeit bei unseren Lieferanten an, aber auch unsere Mitarbeiter wollen spenden. Wir stellen einen Lagerplatz für die Spenden zur Verfügung und fahren alles auch nach Hamburg“, sagt Wallus.

Petres, der seit 2010 bei OTN arbeitet und als Reha-Techniker Elektrofahrzeuge und Rollstühle repariert, ist mit seinen Eltern knapp aus dem Krisengebiet herausgekommen. Die Flüsse Vrbas, der durch Banjaluka führt, und Sava an der kroatischen Grenze traten über die Ufer und überschwemmten nach 24-Stunden-Dauerregen die Regionen.

„Eigentlich wollten wir erst einen Tag später fahren, dann hörten wir Schreie, die Leute gerieten in Panik. Über die normalen Brücken kamen wir nicht hinaus, die waren von der Flut schon zerstört. Wir sind dann auf Umwegen über kleinere Brücken gefahren, die aber auch schon überflutet waren. Wir rollten rüber, obwohl wir die Fahrbahn im Wasser nicht mehr sehen konnten“, erzählt Petres von der abenteuerlichen Heimfahrt nach Deutschland. Er sah die bis ans Dachgeschoss überfluteten Häuser und wie die Bewohner mit Booten herausgeholt wurden.

Seit 120 Jahren gab es dort keine vergleichbare Katastrophe. Etliche Städte sind überflutet. Opfer, die ihr ganzes Hab und Gut verloren haben, werden in Not-Sammelunterkünften untergebracht und mit Essen und Trinkwasser versorgt. Sie haben buchstäblich nichts mehr außer dem, was sie am Leibe tragen oder wegtragen konnten. Es fehlt also an allem, sagt Petres. Die Neumünsteraner Spenden werden zur Serbisch-Orthodoxen Kirchengemeinde in Hamburg transportiert, von dort fahren die Lkw direkt nach Bosnien und Serbien. „Eine Tour ist bereits gelaufen, eine weitere soll in etwa 14 Tagen starten“, sagt Petres, der telefonisch Kontakt zu seiner Familie vor Ort hält. Die Schwester seines Vaters und ein Halbbruder leben an der Grenze des Krisengebiets.

Benötigt werden jetzt dringend Kleidung, Schuhe, Hygieneartikel wie Handtücher, Zahnpasta, Babynahrung, Windeln und vieles mehr, aber auch Decken, Lebensmittelkonserven und konservierte Nahrung wie Nudeln sowie Medikamente und Sanitätsbedarf. Die Bundesregierung hatte eine Million Euro als Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Doch auch viele Organisationen rufen zur Hilfe auf. Die Aktion der Hamburger Kirchengemeinde war für Aleksander Petres eine seriöse Gelegenheit, seinen Landsleuten zu helfen.

Sach- und Geldspenden sind willkommen. Weitere Informationen gibt es bei der Firma OTN, Tel. 97 94 49, E-Mail: info@o-t-n.de.

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erstellt am 31.Mai.2014 | 07:00 Uhr

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