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Kösten-Flohmarkt : Akteure streiten um die Sicherheit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach der Absage des privaten Veranstalters droht jetzt eine Hängepartie. Entscheidung über die Organisation soll am Montag fallen.

Neumünster | Nach der Absage des Hamburger Eventmanagers Thomas Will erhitzt die Organisation des Kösten-Flohmarktes die Gemüter. Unklar bleibt, wie nun Sicherheit und Ordnung gewährleistet werden sollen. Stadtsprecher Stephan Beitz kündigte gestern eine Entscheidung über den Flohmarkt für kommenden Montag an, wenn Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras aus dem Urlaub zurückkehrt. Aller Voraussicht nach werde es aber auf jeden Fall einen Köstenflohmarkt geben, versicherte Beitz.

Der Stadtsprecher hob noch einmal hervor, dass in den vergangenen Jahren immer chaotischere Zustände auf dem Flohmarkt geherrscht hätten. „Zuletzt standen die Händler dreireihig auf dem Großflecken. Wenn jemand vor der Hauptbühne zusammengebrochen wäre, hätte der Rettungswagen keine Chance gehabt, dorthin zu kommen“, sagte Beitz.

Bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei indes liegt kein Fall vor, in dem die Helfer wegen zugestellter Wege nicht zum Einsatzort kamen. „Natürlich parken während der Köste immer mal wieder Autos im Weg. Das haben wir aber stets kurzfristig in den Griff bekommen“, sagt der stellvertretende Chef der Berufsfeuerwehr, Rainer Scheele. Das mit der Stadt vor jeder Köste erarbeitete Sicherheitskonzept sei aufgegangen. Auch Meldungen von Sanitätern über zugestellte Rettungswege habe die Verwaltung unproblematisch aufgenommen und für Abhilfe gesorgt.

Ausgelöst hatte den Streit um die Sicherheit auf dem Köstenflohmarkt der SPD-Ratsherr Rudolf Johna. In einer Kleinen Anfrage für die nächste Ratsversammlung stellte Johna die Vergabe des Marktes an einen privaten Betreiber öffentlich in Frage. Der sollte nach dem Konzept der Stadt auf dem Flohmarkt für Sicherheit und Ordnung sorgen und im Gegenzug dafür Gebühren von den Standbetreibern erheben dürfen. Johna sieht dadurch das Flair des Marktes gefährdet und spricht sich gegen private Ordnungsdienste auf der Köste aus. Nach seiner Kritik im Courier hatte der Hamburger Flohmarkt-Betreiber Thomas Will sein Mandat am Mittwoch überraschend zurückgegeben (der Courier berichtete).

SPD-Fraktionschef Uwe Döring gab sich gestern vom Rückzug des Veranstalters überrascht: Die SPD habe bislang lediglich eine Anfrage gestartet. „Vielleicht gibt es ja eine plausible Begründung“, sagte der Fraktionschef, der zugleich die Stadtverwaltung attackierte: „Hätte die Stadt die Politik rechtzetig eingebunden und uns informiert, hätten wir das alles im Vorwege geklärt“ , kritisierte Döring.

Veranstalter Thomas Will kündigte unterdessen an, die bereits überwiesenen Flohmarkt-Gebühren der 100 Voranmelder umgehend zu erstatten. Er bedaure die Umstände des Rückzugs, habe aber keine andere Wahl gehabt, sagte Will. „Um den Flohmarkt in der Innenstadt auf Dauer erfolgreich steuern zu können, bedarf es Planungssicherheit. Die ist derzeit aber nicht gegeben.“

Märkte in der Umgebung

In Neumünsters Nachbarstädten scheinen Standgebühren bei Flohmärkten  in der Innenstadt ganz normal zu sein. Erst am vergangenen Mittwoch fand der größte Flohmarkt Schleswig-Holsteins in Itzehoe statt. 1000 Hobbytrödler zahlten je 20 Euro für drei Meter Standplatz.  Beim Sommerflohmarkt auf dem Willy-Brandt-Platz in Rendsburg sind fünf Euro pro Standmeter   fällig. Die Landeshauptstadt Kiel veranstaltet zwischen April und Oktober mehrere Flohmärkte. Die Standgebühr beträgt ebenfalls fünf Euro je laufendem Meter.

STANDPUNKT

Oh, hoppla, da ist wohl etwas aus dem Ruder gelaufen. . .  Eigentlich wollte die SPD  nur die Hintergründe erfragen, warum und wofür  die  Familien auf dem beliebten Flohmarkt der Holstenköste erstmals in der Geschichte der Köste Gebühren  berappen sollen. Aber der private Marktmanager zog sofort die Notbremse und sagte die Zusammenarbeit mit der Stadt ab. Jetzt haben wir den Salat, oder?

Aber keineswegs. Aller Voraussicht nach wird es auch auf der Köste 2014 wieder einen Flohmarkt geben, wenn auch  nur wieder unter ähnlich großen Anstrengungen wie in den Vorjahren,   das  Treiben in der Innenstadt nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Immerhin bringt das ein Jahr Zeit. Das sollten die Politik und die Stadt jetzt in aller Ruhe nutzen, um Vor- und Nachteile  der Standgebühren gegeneinander abzuwägen und offene Fragen abzuklären:  Wer kann sich den Flohmarkt mit Gebühren noch leisten? Und welche Befugnisse hat der private Ordnungsdienst auf öffentlichem Innenstadt-Grund?  Diskussionsbedarf gibt es hinreichend.

Aber bitte, bis Juni 2015 muss es klare Spielregeln geben!

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erstellt am 31.Mai.2014 | 06:45 Uhr

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