Akrobatik in der Eisarena ohne Eis

Artistin  Aigul Gabtkaschikowa richtet - noch ohne Schlittschuhe - ihr Trapezgeschirr aus.
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Artistin Aigul Gabtkaschikowa richtet - noch ohne Schlittschuhe - ihr Trapezgeschirr aus.

Eiszirkus im Theater der Stadthalle - geht das überhaupt? Ja. Der Moscow Circus on Ice spielt auf harten Kunststoffplatten.

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09. Januar 2009, 09:11 Uhr

Neumünster | Wie schafft man eine Eisfläche, die auch Profi-Ansprüchen genügt, in ein kleines Theater, in dem die Besucher auch ohne Hut und Mantel oder kalte Füße eine ansprechende Eisrevue erleben möchten?

Der Moscow Circus on Ice, der gestern in der Stadthalle mit Spitzenakrobatik auf Schlittschuhen verwöhnte, hat dafür ein erprobtes Rezept: Das Geheimnis seiner "Eisarena" steckt in rund 160 Kunststoffplatten, die einem modernen Parkett ähnlich sind, mit Nut und Feder zusammengesteckt und mit kleinen versenkbaren Kunstoffdornen fixiert werden. Die beinharte Fläche wird anschließend mit einem Spezialgel besprüht, verfugt und poliert. "Das Ergebnis entspricht in Härte, Glätte und Verhalten zu 97 Prozent einer echten Eisfläche", erklärte Rimma Wachsmann, Produzentin der Eisrevue, die den Neumünsteranern gestern geboten wurde.

Knapp dreieinhalb Stunden benötigte die Zirkusgruppe aus Russland gestern Mittag, um die künstliche Eisarena auf der Theaterbühne einsatzklar zu machen. 13 mal 13 Meter groß ist die Fläche, auf denen die Artisten wenig später waghalsige Manöver und akrobatische Höchstleistungen servierten.

"Größer ist eine echte Zirkusarena auch nicht, das Maß entspricht unserem Konzept", sagte Rimma Wachsmann. Dass die Artisten beim Aufbau der Bühne selbst Hand anlegen, ist keine Sparmaßnahme des Unternehmens: Traditionell sind die Artisten auch ihr eigener Sicherheits-Ingenieur. Auch Aigul Gabtkaschikowa, eine der Stars am Trapez, klinkte ihre Trapezstange und Geschirr höchstpersönlich in die stählernen Karabinerhaken der Theaterbühne ein. Die kleine Tasche mit dem Geschirr hat sie stets bei sich.

Dass es gestern beim Aufbau in Neumünster etwas hektischer als üblich zuging, erklärte Rimma Wachsmann milde lächelnd mit Urlaubsstress: Gleich nach der zweiten Vorstellung fuhr das komplette Ensemble noch in der Nacht zurück nach Düsseldorf. Morgens um 5 Uhr sollte der Flieger zum Heimatbesuch nach Moskau abheben.

Die Tournee in Deutschland wird dann von einer zweiten Gruppe fortgesetzt. Am 28. Januar ist sie in Norderstedt. Über die Vorstellung im Theater in der Stadthalle berichten wir in unserer morgigen Ausgabe.

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