Boostedt : AKN will W-Lan abschalten

Noch gibt es vollen Empfang am Boostedter Bahnhof. Das soll sich kommende Woche befristet ändern.
Noch gibt es vollen Empfang am Boostedter Bahnhof. Das soll sich kommende Woche befristet ändern.

Ruhestörungen sind der Anlass für die befristete Aktion. Das Internet in der Erstaufnahme soll verbessert werden.

shz.de von
31. Mai 2018, 08:15 Uhr

Boostedt | Ab kommenden Montag soll es am AKN-Bahnhof in Boostedt befristet für zwei Monate kein W-Lan mehr geben. Das bestätigte Bürgermeister Hartmut König auf Anfrage. Der Hintergrund ist, dass es zu Ruhestörungen gekommen ist, weil Leute das öffentliche schnelle Internet am Bahnsteig zahlreich nutzen und dabei laut sind.

„Wir können bestätigen, dass sich Personen am Bahnsteig nicht sachgerecht verhalten, darunter sind auch Bewohner der Landesunterkunft“, erklärte AKN-Sprecherin Christiane Lage-Kress. Am Montagnachmittag gab es in der Landesunterkunft in Boostedt ein Gespräch zwischen dem AKN-Vorstand Wolfgang Seyb, dem Leiter der Landesunterkunft Ulf Döhring, der Boostedter Polizei, den Boostedter Fraktionsspitzen und dem Bürgermeister.

Ulf Döhring sagte dem Courier: „In der Erstaufnahmeeinrichtung gibt es zwei Hot-Spots, über die man kostenlos ins Internet gelangen kann. Die laufen zurzeit über DSL und sind nicht schnell genug, um große Datenmengen wie etwa Filme zu übertragen. Daher prüfen wir intensiv und zeitnah, das Angebot auf dem Gelände zu verbessern und die Kapazität und Geschwindigkeit zu erhöhen.“

Offenbar gab es bereits vor Pfingsten Beschwerden bei der Gemeinde, weil sich Menschen am Bahnsteig ungebührlich verhalten haben, wie Bürgermeister Hartmut König berichtete: „Es gab Beschwerden über Krach und Urinieren in Gärten. Daher haben wir die AKN gebeten, den Internetzugang über die Pfingstfeiertage abzuschalten.“ Das bestätigte die AKN-Sprecherin. Ein Anlieger, dessen Garten direkt an den Bahnsteig grenzt, hat bereits eine Anzeige wegen Lärmbelästigung gemacht. Er beklagt, dass die Ruhestörung seit vergangenen Sommer zunehme, Radios liefen und die Züge vor dem Eintreffen in den Bahnhof hupten und Durchsagen machten. Manche Personen würden direkt am Bahnsteig sitzen und die Beine ins Gleisbett baumeln lassen. „Um auf richtiges Verhalten hinzuweisen, haben wir sprachunabhängige Piktogramme angebracht. Außerdem gibt es Personal, das auf richtiges Verhalten am Bahnsteig hinweist“, erklärte Christiane Lage-Kress. Auch in der Landesunterkunft gibt es Veranstaltungen, die das DRK anbietet, um die Neuankömmlinge auf richtiges Verhalten hinweisen, wie Ulf Döhring erklärte. Der Besuch ist freiwillig.

Um ihren Service für die Fahrgäste weiterhin aufrecht zu erhalten, sucht die AKN nach einer dauerhafter Lösung. „Wir sind mit allen Beteiligten im Gespräch und prüfen, was möglich ist“, so die Sprecherin.
 

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