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Afrikanische Schweinepest in Tschechien angekommen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 28.Jun.2017 | 11:48 Uhr

300 Kilometer südöstlich von Tschechiens Hauptstadt Prag wurden zwei Wildschweine entdeckt, die an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gestorben sind. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, ist das Virus, das Wild- und Hausschweine befällt und meist zum Tod führt, nur noch rund 300 Kilometer Luftlinie von der deutschen Grenze entfernt. Wie das hoch ansteckende Virus dorthin gelangt ist, bleibt unklar. Der räumlich nächstgelegene Nachweis liegt 400 Kilometer entfernt in der Ukraine. In der Slowakei, dem östlichen Nachbarn auf dem Weg in die Ukraine, wurde bisher kein ASP-Ausbruch gemeldet.

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA geht davon aus, dass sich das Virus in der Natur etwa einen Kilometer pro Monat ausbreitet. Ein besonders großes Risiko stellt die Verschleppung durch den Menschen dar. Nach Auskunft des Friedrich-Löffler-Instituts reicht im ungünstigen Fall bereits ein achtlos weggeworfenes Wurstbrot aus, um das Virus auf Wild- und Hausschweine zu übertragen.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) appelliert an alle Jägerinnen und Jäger in Deutschland, in Alarmbereitschaft zu sein. „Bei Auffälligkeiten im eigenen Revier sollte unverzüglich das Veterinäramt informiert werden“, sagt DJV-Vizepräsident und Veterinär Dr. Wolfgang Bethe. „Alle Restriktionen, die eine effektive und flächendeckende Schwarzwildbejagung in Deutschland unterbinden, wie etwa die Jagdruhe in Schutzgebieten, sollten aus dem Weg geräumt werden.“ Bei dem hohen Bestand an Hausschweinen in Deutschland dürfe man die Seuche nicht auf die leichte Schulter nehmen.

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