Tierpark Neumünster : Affenhitze macht Tieren zu schaffen

Dösen, chillen und einfach nur abhängen: Die Seehunde im Tierpark genießen die Zeit unter Wasser und bekommen ihren Fisch derzeit gut gekühlt serviert.
Dösen, chillen und einfach nur abhängen: Die Seehunde im Tierpark genießen die Zeit unter Wasser und bekommen ihren Fisch derzeit gut gekühlt serviert.

Wer kann, sollte Tränken und Teller mit Wasser für Vögel, Igel und Co. aufstellen / Gekühlter Fisch für die Seehunde im Tierpark

shz.de von
01. Juni 2018, 08:45 Uhr

Neumünster | Die anhaltende Trockenheit und Hitze macht nicht nur zunehmend den Menschen, sondern auch Tieren wie Vögeln, Eichhörnchen, Igeln und Co. zu schaffen. „Sie suchen Schatten und Wasserstellen. Deshalb wäre es gut, wenn Gartenbesitzer Tränken mit frischem Wasser aufstellen“, sagt der Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe Neumünster, Dr. Björn-Henning Rickert.

Es muss dabei keine teure Variante sein. „Ein Unterteller mit Wasser reicht schon“, sagt Rickert. Denn: „Der natürliche Vorrat an Wasser ist aufgebraucht.“ Futter hingegen sei derzeit noch in ausreichender Menge vorhanden, so der Naturexperte. Er rät, Tränken gut einsehbar und damit katzensicher zu installieren.

Auch im Tierpark schnauft so mancher Vierbeiner unter den derzeitigen Wetterbedingungen. „Der Vorteil bei uns ist, dass wir für alle Tiere Schattenplätze und Rückzugsmöglichkeiten haben“, sagt Chefin Verena Kaspari. Gerade die beiden wetterfühligen alten Bärinnen Püppi (34) und Larissa (28) nutzten das Angebot, jederzeit in die etwas kühleren Stallboxen zu können. Grundsätzlich aber betont Verena Kaspari: „Unsere Bären bekommen Futter. Sie haben daher eine dünnere Fettschicht als ihre wildlebenden Artgenossen und damit sozusagen schon von sich aus ständig ein T-Shirt an.“

Täglich von Tierpflegerin Ines Petersen gebadet und damit an das Medium Wasser herangeführt wird das einzige, noch namenlose Küken der Humboldt-Pinguine. „Wenn es mit seinem schweren Flaum von sich aus ins Wasser gehen würde, würde es ertrinken“, sagt Verena Kaspari. Doch schon in den kommenden Tagen soll der Kleine in den großen Pool springen dürfen. „Dann kann er mit der Gruppe mitlaufen“, so Ines Petersen.

Ab ins Wasser heißt es derzeit auch immer häufiger für die Seehunde. „Die haben bei dem Wetter weniger Appetit. Deshalb bekommen sie ihren Fisch schön gekühlt. Dann fressen sie besser“, hat Tierpfleger Mario Lichtenberg festgestellt. Für die Fischotter oder die Eisbären gibt es ab und an Eisbomben als Leckerei. Und auch auf eine kühle Dusche dürfen sich manche Bewohner des Tierparks freuen. „Wir gehen jetzt öfter mit dem Schlauch herum und sorgen für Abkühlung“, so Lichtenberg.

Andere Bewohner in der Einrichtung im Stadtwald fühlen sich derzeit hingegen pudelwohl. Die Griechischen Landschildkröten sind so aktiv wie lange nicht mehr.

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