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OB-Wahlkampf : AfD-Kandidat Sven Schmidt will Bürger beteiligen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Sven Schmidt erklärte vor 50 Gästen, wofür er sich als OB einsetzen will. Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry stärkte ihm den Rücken.

Neumünster | Die Alternative für Deutschland (AfD) startet in den OB-Wahlkampf. Rund 50 Besucher wollten den Oberbürgermeisterkandidaten der blauen Partei, Sven Schmidt, am Dienstagabend bei einer Wahlveranstaltung im Kiek In kennenlernen. Der Kandidat hatte sich dazu prominente Unterstützung geholt. Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry nutzte das Forum, um aufzulisten, was aus ihrer Sicht in der bundesdeutschen und europäischen Politik alles schief läuft.

AfD-Kreisvorsitzender Jannick Joost stimmte die Besucher auf den Kandidaten ein: Neumünster werde seit sechs Jahren „von einem blassen Technokraten“ regiert, dem es nicht gelungen sei, die Herzen der Bürger zu gewinnen, wetterte Joost gegen OB Dr. Olaf Tauras. Sven Schmidt selbst verzichtete weitgehend auf persönliche Angriffe und stellte sich stattdessen als kompetenter Amtsnachfolger vor: „Bitte trauen Sie mir zu, dass ich weiß, wie man eine Verwaltung von der Größe Neumünsters führt“, warb der studierte Betriebswirt und Vater von vier Kindern um Vertrauen. Aus „Sorge um die Demokratie“ habe er sich der Politik zugewandt, bekannte der gebürtige Neumünsteraner, ein Neffe des verstorbenen Stadtpräsidenten Friedrich-Wilhelm Strohdiek.

„Mehr Demokratie“ steht für Schmidt ganz oben auf der Agenda. Für den Fall seines Wahlsieges verspricht er einen „Tag der Bürgerentscheide“ und regelmäßige Bürgerbefragungen via Internet. „Neumünster als Modell für die demokratische Stadt wäre ein Gewinn für Neumünster und für das Ansehen der Stadt im ganzen Land“, sagte Schmidt.

Viel Raum widmete der Kandidat der Stadtplanung und Verkehrspolitik: „Ich möchte, dass auf dem Großflecken zukünftig in jede Richtung zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen. Ich möchte, dass die Straßenführung der eines belebten Boulevards entspricht“, sagte der Kandidat und warb für ein kostenfreies Parkhaus auf dem Waschpohl sowie ein digitales Parkleitsystem.

Ebenfalls engagieren will sich der Bewerber der AfD auch für einen Masterplan zur Sanierung der Schulen und öffentlichen Gebäude. Außerdem sei, so Schmidt, die Ansiedlung neuer Firmen und der Erhalt bestehender Betriebe für ihn „ganz klar Chefsache“. Dafür gab es im Publikum einhelligen Applaus.

Schließlich gab es doch noch eine Spitze gegen Amtsinhaber Tauras: „Ich vermisse den empörten Aufschrei des Oberbürgermeisters, wenn das Land Polizeistellen streichen will“, hielt Schmidt seinem Kontrahenten vor.

Frauke Petry geißelte unter anderem die Familienpolitik des Bundes: Vielen Eltern werde durch die ständigen Diskussionen um Zulagen für Familien das Gefühl vermittelt, sie lägen dem Staat auf der Tasche, kritisierte die AfD-Chefin. Seit Jahren würden Familien steuerrechtlich benachteiligt und zum Beispiel im Hinblick auf die Kita-Pflicht bevormundet. „Man muss den Eltern ihr Einkommen lassen und ihnen ebenso die Freiheit der eigenen Entscheidung zugestehen“, sagte sie.

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