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Holsteinischer Courier

20. November 2017 | 20:27 Uhr

Tierschutz : Ärger und Unruhe nehmen kein Ende

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wasbeker Ex-Tierheim-Leiterin erstattet Anzeige / Kiel macht Angebot

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | Der Streit unter den Tierschützern in der Stadt geht in eine nächste Runde. Nun hat offenbar am Donnerstag die ehemalige Leiterin des Tierheims Wasbek, Anja Bauert, Strafanzeige gegen Vereinsmitglieder wegen übler Nachrede gestellt. Sie behauptet zudem, keinen Arbeitsvertrag bekommen zu haben. Bianca Schenk, Vorsitzende des Vereins Tierheim Wasbek, weist das entschieden zurück: „Strafanzeigen liegen uns nicht vor. Und die Vorwürfe sind haltlos. Das können wir auch beweisen.“

Neue Tierheim-Leiterin am Krusenhofer Weg ist Diana Lesniak. Sie hat das Amt direkt übernommen. Die 33-Jährige war schon einmal dafür vorgesehen, damals aber nicht zum Zug gekommen (der Courier berichtete). Im Tierheim selbst hat sich unterdessen einiges getan. Rund 30 Katzen, zahlreiche Meerschweinchen und Sittiche haben dort mittlerweile ein vorübergehendes Zuhause gefunden. Mit großem Engagement sind die Helfer im Einsatz.

Das wird auch beim zuständigen Kreis Rendsburg-Eckernförde so gesehen. Amtstierärztin Dr. Manuela Freitag bescheinigt dem Tierheim Wasbek auf Nachfrage ein gutes Zeugnis: „Ich habe seit Beginn des Betriebs dort drei oder vier Mal kontrolliert und es war alles ordnungsgemäß. Die Tiere waren sauber und vernünftig untergebracht, die Räume tipptopp und hell“, sagt sie. Missstände habe sie nicht festgestellt. „Ich hatte lediglich einzelne Verbesserungsvorschläge.“

Für das Tierheim Wasbek macht sich nun auch das Amt Kellinghusen (Kreis Steinburg) stark. „Wir werden zum 1. Januar unsere Fundtiere nicht mehr nach Itzehoe, sondern nach Wasbek bringen“, sagt Ordnungsamts-Chef Lars Kiepert. Er habe sich die Einrichtung mehrmals angeschaut und ebenfalls keine Mankos festgestellt. Allerdings gebe es dort im Moment unter Mitarbeitern „rechtliche Auseinandersetzungen“, so Kiepert.

Elisabeth Haase hält die ganze Tierschutz-Situation in Neumünster für aus dem Ruder gelaufen. Die Tierheim-Leiterin aus Kiel hatte die Wasbeker Kollegen beim Aufbau unterstützt, zuletzt aber Zweifel an den Fähigkeiten dort geäußert. Sie machte gestern nun der Stadt das Angebot, den bis Ende des Jahres laufenden Vertrag über die Aufnahme von Fundtieren zu verlängern. „Ich bin nicht sicher, ob es bis August kommenden Jahres eine vernünftige Lösung in Neumünster gibt. Deshalb sind wir bereit, weiter einzuspringen“, teilte sie mit.

Im August 2018 läuft der zunächst für ein Jahr geschlossene Vertrag mit dem Tierheim Wasbek aus. Die Befristung war auch damit begründet worden, dass in Wasbek bisher Aufnahmemöglichkeiten für Hunde geschaffen werden sollen, die noch fehlen.

Bianca Schenk bedauert die Unruhe. „Damit gefährdet man unsere Arbeit. Denn uns geht es um den Schutz und das Wohl der Tiere und nicht um zwischenmenschliche Eitelkeiten.“ Ärger hatte es zuletzt auch beim Tierschutzverein gegeben, der offenbar mehrere Mitglieder hinausgeworfen und ihnen Hausverbot für die ehemalige Tierauffangstelle im Stadtwald erteilt hat (der Courier berichtete).

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