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Neumünster : Ärger um Gebühr für Holstenkösten-Flohmarkt

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Standmiete beim Flohmarkt der Holstenköste in Neumünster bleibt eventuell ein einmaliges Experiment. Traditionell war der Verkauf am Kösten-Sonntag kostenlos. Doch ebenso traditionell war der Streit um die beste Lage auf dem Großflecken. Nach dem Volksfest will die SPD die Vergabe des Kösten-Flohmarkts an einen privaten Betreiber hinterfragen.

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erstellt am 28.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Neumünster | Die Standgebühren auf dem Holstenkösten-Flohmarkt werden möglicherweise einmalig bleiben. Das strebt jedenfalls SPD-Ratsherr Rudolf Johna an. Mit einer kleinen Anfrage in der Ratsversammlung am 3. Juni will der Ratsherr die Hintergründe für die Vergabe des Flohmarkts an einen privaten Betreiber hinterfragen. „Sollte es keine nachvollziehbaren Argumente geben, sollten wir überlegen, die Gebühren 2015 wieder abzuschaffen“, sagte Johna gestern gegenüber dem Holsteinischen Courier.

Hintergrund: Erstmals in der 40-jährigen Geschichte der Köste hat die Stadt die Organisation des größten Familienflohmarkts der Stadt auf einen privaten Veranstalter übertragen. Der bietet die Standflächen für fünf Euro pro Meter an, Voranmelder zahlen vier Euro. Bislang war die Teilnahme für private Anbieter kostenlos, künftig soll das nur noch für Kinder in einem ausgewählten Bereich in der Holstenstraße gelten.

Die Stadt begründet die Einschaltung des Profis mit den teils chaotischen Zuständen auf dem Markt. So waren in den vergangenen Jahren immer mehr Familien angerückt, die sich bereits in den frühen Morgenstunden um die besten Plätze zankten oder Rettungswege und Geschäftszugänge verstellten. Der jetzt eingeschaltete Flohmarkt-Betreiber will solche Zustände mit einem eigenen Sicherheitsdienst ausschalten.

Johna befürchtet dagegen, dass der beliebte Flohmarkt sein einmaliges Flair verlieren könnte, weil sich jetzt die Stammgäste des Flohmarktbetreibers aus dem Umland in die ersten Reihen drängen könnten. „Familien- und Kinderstände werden getrennt, Kinder in eine B-Lage verdrängt“, befürchtet Johna. Die Gebühren könnten die Attraktivität des Kösten-Flohmarktes gerade für Familien entscheidend schwächen.

Auch das Sicherheitsargument der Stadt mag der SPD-Ratsherr nicht gelten lassen: „Hoheitliche“ Ordnungsaufgaben dürfe die Stadt nicht einfach an private Veranstalter abgeben, kritisiert der Ratsherr: „Wie muss man sich das vorstellen? Tragen die privaten Ordner die Kinder weg, wenn die sich mit ihrem Stand auf den Hauptmarkt verirrt haben?“ Einen Spareffekt für die Stadt könne es durch die privaten Ordner ohnehin nicht geben, weil die Stadt natürlich auch außerhalb des Flohmarkts für die Sicherheit auf dem Stadtfest verantwortlich zeichne, sagt Johna.

Die Stadt dürfe die Attraktivität des Stadtfestes nicht leichtfertig aufs Spiel setzen, indem sie die Kontrolle und Entscheidungshoheit darüber, wie was auf dem Stadtfest ablaufen soll, voreilig an Dritte abtritt, fasst Johna seine Kritik zusammen. So will er in der kleinen Anfrage etwa auch abklären lassen, ob es zutrifft, dass die Stadt bestimmte Flächen an Gastronomen vergibt, die ihrerseits Flächen weitervermarkten.

Der große Flohmarkt der Holstenköste findet am Sonntag, 15. Juni statt.

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