Neumünster : Ärger mit der Abdeckerei

Erich Harder hat den Tierkadaver auf eine Schiebkarre gelegt. Die Kühlung mit Wasser und die Verhüllung mit einer Decke haben nicht verhindern können, dass das Tier bei den heißen Temperaturen in Verwesung übergeht und fürchterlich stinkt.
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Erich Harder hat den Tierkadaver auf eine Schiebkarre gelegt. Die Kühlung mit Wasser und die Verhüllung mit einer Decke haben nicht verhindern können, dass das Tier bei den heißen Temperaturen in Verwesung übergeht und fürchterlich stinkt.

Hobby-Landwirt Erich Harder musste mehr als eine Woche warten, bis die Tierkörperverwertung ein verendetes Schaf abholte.

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17. Mai 2018, 11:00 Uhr

Neumünster | Erich Harder aus Tungendorf kann es immer noch nicht fassen. Tagelang stank es auf seiner Koppel am Moorweg buchstäblich zum Himmel. Der 74-jährige Hobby-Schafzüchter musste mehr als eine Woche darauf warten, dass die Tierkörperverwertung Rendac aus Jagel ein bereits am 8. Mai verendetes Muttertier abholte. Gestern Mittag war es endlich soweit. Im dritten Anlauf.

„Ich zahle schon seit Jahren treu meinen Beitrag für den Tierseuchenfonds – und wenn es mal nötig ist, passiert nichts“, sagte Harder. Am 9. Mai meldete er der Rendac, dass sein Mutterschaf am Vortag aus unerklärlichen Gründen verendet war. „Jeder Landwirt, also auch ein Hobby-Landwirt wie ich, hat für solche Fälle eine Registriernummer bei der Rendac“, so Harder.

Man müsse das melden, die Tiere würden dann abgeholt und fachgerecht entsorgt. Bei der Firma Nagel in Einfeld habe das immer einwandfrei funktioniert. Doch Nagel ist nicht mehr im Geschäft. Das Land als Vertragspartner bestimmte, dass seit 2015 mit Rendac nur noch eine einzige Firma für die Tierkörperbeseitigung zuständig ist.

Bei Rendac sagte man Harder, dass das Tier am Freitag, 11. Mai, abgeholt werden solle. Er hat es auf eine Schubkarre gelegt, abgedeckt, mit Wasser gekühlt und an die Straße zur Abholung gestellt. „Es hat sich nichts getan. Das Tier verweste schon, ist voller Maden und stank fürchterlich“, so Harder. Er informierte Anfang dieser Woche den beim Landwirtschaftsministerium angesiedelten Tierseuchenfonds und auch Neumünsters Amtstierärztin Dr. Bettina Kohnen-Gaupp.

Die zeigte sich gestern irritiert, dass ihre Intervention nicht gefruchtet hat. Ein für Dienstag zwischen Harder und Rendac vereinbarter Abholtermin war ohne Ergebnis verstrichen. „So geht das nicht. Die Kadaver müssen zeitnah abgeholt werden bei diesen Temperaturen“, sagte sie zum Courier.

Das Ministerium konnte jetzt für Klärung sorgen. Offenbar gab es Probleme, den Lagerplatz des Schafkadavers zu finden. So habe es zwei vergebliche Anfahrten am 12. und am 15. Mai gegeben, bevor der Fahrer von Rendac mit Hilfe des Tierhalters Erich Harder zum Tierkörper gelangte. Im Computersystem der Firma Rendac sei ein nicht korrekter sogenannter „Geopunkt“ für den Abholort hinterlegt gewesen. Das Problem sei für die Zukunft behoben.

Dem Ministerium sei kein vergleichbarer Fall bekannt, es handele um eine bedauerliche Ausnahme. Nach Meldung eines verendeten Tieres werde der Tierkörper in der Regel am folgenden Werktag abgeholt.

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