zur Navigation springen

Seniorenbüro : Ältere Menschen kümmern sich früher um Vorsorge

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

6000 Beratungen fanden im vergangenen Jahr im Seniorenbüro statt. Ein Drittel der Klienten sind Angehörige.

von
erstellt am 08.Feb.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | Wo erhalte ich einen Schwerbehindertenausweis? Welche Freizeitangebote für Senioren gibt es in der Stadt? Und wer hilft mir bei persönlichen Problemen? Die Unterstützung, die das Seniorenbüro am Großflecken anbietet, betrifft viele verschiedene Bereiche. Dass diese Hilfsangebote gern genutzt werden, belegen die aktuellen Zahlen. 6000 Beratungen haben 2016 stattgefunden, sowohl persönlich, telefonisch als auch schriftlich.

An Bedeutung gewonnen haben im vergangenen Jahr Themen wie die Patientenverfügung und die Vorsorgevollmacht, aber auch alternative Wohnformen im Alter. „Viele Senioren, die in einem großen Haus wohnen, stellen irgendwann fest, dass sie mit der Situation überfordert sind. Dann kommen sie zu uns in die Beratung, um sich über andere Möglichkeiten zu informieren, beispielsweise den Umzug in eine kleinere Wohnung“, sagt Christiane Johannsen vom Seniorenbüro. Auffällig sei, dass sich viele Menschen inzwischen immer früher mit diesem Thema befassen. „Die Senioren informieren sich zeitiger und nicht erst dann, wenn das Problem akut wird“, sagt Christiane Johannsen.

Die Klienten im Seniorenbüro sind in den vergangenen Jahren jünger geworden. „Etwa ein Drittel von ihnen sind Angehörige der Senioren, die beispielsweise feststellen, dass ihre Eltern nicht mehr alleine zurechtkommen“, sagt Christiane Johannsen. Auch das Thema Pflege ist dann in vielen Beratungen von Bedeutung. „Wir bieten in diesem Fall eine Erstinformation an und verweisen bei Bedarf an den Pflegestützpunkt, der intensivere Beratungsmöglichkeiten hat“, sagt Romi Wietzke, Leiterin des Seniorenbüros.

Neben den Beratungen gab es auch zahlreiche Veranstaltungen und Projekte, die 2016 von den Mitarbeitern und 60 Ehrenamtlern des Seniorenbüros umgesetzt wurden. „Das Repair-Café hat seinen zweiten Geburtstag gefeiert und erfreut sich großer Beliebtheit“, sagt Christiane Johannsen. Auch das Begegnungzentrum Faldera am Wernershagener Weg, das im Dezember 2015 seine Türen geöffnet hat, hat sich laut Romi Wietzke gut entwickelt. Auch hier werden verschiedene Aktivitäten angeboten, darunter ein Klönschnack mit Kaffeetrinken für Menschen mit Demenz und Angehörige (jeden zweiten Donnerstag von 15 bis 17.30 Uhr) oder auch die Computersprechstunde (montags von 14 bis 16 Uhr).

Nicht so gut angenommen wurde bislang das Projekt der Umzugsbegleiter, das im März auf den Weg gebracht worden war. „Da müssen wir noch mal schauen, wie wir das Ganze besser bewerben“, sagt Christiane Johannsen.

Beteiligt war das Seniorenbüro auch an dem Modellprojekt rund um den Rollator, das gemeinsam mit der Fachschule für Motopädagogik und dem Kreissportverband organisiert wurde. „Wir wollen auch künftig daran arbeiten, dass weitere Rollator-Kurse in den verschiedenen Stadtteilen angeboten werden“, sagt Romi Wietzke, die noch einmal darauf hinweist, dass im Seniorenbüro jeder willkommen ist: „Viele sagen ‚Was soll ich im Seniorenbüro? Ich bin doch kein Senior‘. Aber es soll sich niemand abgeschreckt fühlen. Wir sind für alle da.“

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen