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Holsteinischer Courier

24. Oktober 2017 | 13:27 Uhr

Ad absurdum

vom

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Nun also auch noch der FC Oberneuland! War über die Anfang Januar eröffnete Insolvenz beim VfB Lübeck längst das erste Gras gewachsen, wird die Fußball-Regionalliga Nord nun von einem zweiten Finanzdesaster erschüttert. Aus Neumünsteraner Sicht kann man sich dies, ganz im Gegensatz zum damaligen Prozedere in der Marzipanstadt, mit einem müden Lächeln anschauen. Schließlich verliert der VfR nur einen Punkt und nicht gleich sechs, wie es nach dem Aus der Lübecker der Fall war. Auch tut Rasensport das alles nicht mehr weh, ist der Klassenerhalt doch längst in trockenen Tüchern.

Für die Regionalliga als solche ist der Imageverlust jedoch immens. Die Lizenzierungsverfahren für die laufende Saison sind endgültig ad absurdum geführt, viele Fragezeichen bleiben. Denn neben zwei Insolvenzen hatte bekanntlich vor einigen Monaten auch die Ungleichbehandlung bei der Lizenzvergabe für Groll gesorgt. So musste der VfR sein Stadion für viel Geld regionalligatauglich aufhübschen, während andere die Umbauten aus der Portokasse bezahlen konnten - weil bei ihnen die Daumenschrauben bei weitem nicht so eng angezogen worden waren wie in Neumünster. Auch darüber war eigentlich längst Gras gewachsen. Alles das kocht jetzt allerdings wieder hoch.

Der sportliche Wert dieser Saison darf nun ebenfalls in Frage gestellt werden. Dies erinnert an die Ereignisse in der alten Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein, als um die Jahrtausendwende he rum ein Club nach dem anderen seinen Rückzug verkündete. Harburger TB, TuS Hoisdorf, TSV Pansdorf, TuS Dassendorf, TuS Felde, TSV Altenholz, TSV Lägerdorf, FC Kilia Kiel, 1. SC Norderstedt, Eichholzer SV, TSV Nord Harrislee, Phönix Lübeck: Die Liste derer, die sich damals - trotz zum Teil respektabler sportlicher Erfolge - freiwillig aus dem Beinahe-Profifußball verabschiedeten, ist unfassbar lang. Man kann nur hoffen, dass der VfB Lübeck und Oberneuland jetzt nicht den Beginn einer neuen Tragödienliste darstellen. Denn dann wäre nicht nur das Lizenzierungsverfahren, sondern gleich die gesamte Regionalliga ad absurdum geführt.

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