Polizeiwarnung : Achtung: Illegale Spendensammler in der Innenstadt

Gerade in der Weihnachtszeit nutzen Trickbetrüger die besinnliche Stimmung, um Menschen das Geld aus der Tasche zu locken. In Neumünster waren beispielsweise in der Lütjenstraße solche Banden unterwegs.
Gerade in der Weihnachtszeit nutzen Trickbetrüger die besinnliche Stimmung, um Menschen das Geld aus der Tasche zu locken. In Neumünster waren beispielsweise in der Lütjenstraße solche Banden unterwegs.

Angeblich Gehörlose täuschen karikative Zwecke vor. Polizei ist wachsam.

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10. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Neumünster | Die Polizei warnt aus aktuellem Anlass erneut vor angeblich gehörlosen oder taubstummen Spendensammlern, die in der vergangenen Woche und auch am Wochenende in der Innenstadt unterwegs waren. „Wir wollen niemandem etwas Falsches unterstellen, aber diese Leute haben es darauf angelegt, die Weihnachtsstimmung und den Trubel der Weihnachtsmärkte auszunutzen“, sagte gestern Polizeisprecher Rainer Wetzel. Diese Sammler waren nicht nur in Neumünster, sondern auch beispielsweise in Gettorf unterwegs, so Wetzel. Die Polizei ist wachsam.

Auch Courier-Leser haben sich bei unserer Zeitung gemeldet und sich über diese Masche geärgert. „Ein junger Mann mit Weihnachtsmütze gehörte zur Gruppe, dann stürmte eine junge Frau mit einem Klemmbrett auf mich zu und versuchte mir händefuchtelnd zu erklären, dass sie angeblich für ein Taubstummenzentrum irgendwo in Deutschland sammelten. Ich finde es besonders perfide, dass sie auf diese Masche machen“, erinnert sich Hans Jürgen Bünning (69) aus Brachenfeld an den Vorfall am vergangenen Mittwoch. Er habe sich beim Ordnungsamt erkundigt, ob das rechtens sei – mit der korrekten Auskunft, dass Spendensammeln an sich nicht genehmigungspflichtig ist. Das bestätigt auch Wetzel: „Wenn jemand einfach nur sammelt, ist das nicht strafbar. Wenn aber jemand sagt, für eine Organisation zu sammeln, und wir prüfen das nach und widerlegen das, dann fällt das unter Verdacht auf Betrug.“

Sein Rat: „Das Portemonnaie sollte man nicht herausnehmen, es dicht am Mann oder der Frau tragen oder es nicht in Griffweite dieser Leute öffnen. Man sollte nachprüfen, für wen gesammelt wird – und auch mal Nein sagen.“ Denn die emotionale Stimmung im Dezember werde von diesen Sammlern ausgenutzt. Zwar sei am Wochenende keine konkrete Tat angezeigt worden, es wurde aber von aktuellen Sammlern berichtet. Wetzel ermutigt Geschädigte, sich bei der Polizei zu melden: „Wenn man merkt, dass man doch beklaut wurde, sollten die Betroffenen unbedingt Anzeige erstatten. Die Polizei hat dann einen konkreten Anlass und eine Beschreibung, um bei einer Überprüfung tätig werden zu können.“

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