Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster : Abschied von zwei Chefärzten

Nächster Halt Ruhestand: FEK-Chef Alfred von Dollen (Mitte) verabschiedete Dr. Werner Hofmann (links) und Dr. Harald Held auf der Geriatrie-Station, wo eine Bushaltestelle mit Plan für die Patienten aufgebaut ist.
Nächster Halt Ruhestand: FEK-Chef Alfred von Dollen (Mitte) verabschiedete Dr. Werner Hofmann (links) und Dr. Harald Held auf der Geriatrie-Station, wo eine Bushaltestelle mit Plan für die Patienten aufgebaut ist.

Dr. Werner Hofmann und Dr. Harald Held wurden in den Ruhestand verabschiedet.

shz.de von
01. Januar 2018, 14:15 Uhr

Neumünster | Für ihren letzten Arbeitstag hatten Dr. Werner Hofmann und Dr. Harald Held gestern im Friedrich-Ebert-Krankenhaus noch kleine Anekdoten bereitgelegt. Die beiden Chefärzte der Klinik für Frührehabilitation und Geriatrie bzw. der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Nephrologie gehen in den Ruhestand. FEK-Chef Alfred von Dollen verabschiedete das Duo offiziell.

Werner Hofmann war seit 1. August 2008 nicht nur für die Geriatrie in Neumünster, sondern auch in der Partner-Klinik in Bad Bramstedt zuständig. „Ich hatte vor einem knappen Jahr ein Gespräch mit der Ehefrau eines schwer demenzkranken Juristen. Dabei bedauerte ich sie, dass es wohl nicht so einfach sei, einen verhaltensauffälligen, manchmal aggressiven Partner zu pflegen“, berichtete er. Die Reaktion der Frau überraschte ihn. „Sie hat gesagt, früher sei er gnaddelig und unerträglich gewesen. Mit Demenz bezeichnete sie ihn als den liebenswertesten Menschen, den es gibt.“ Hofmann, der nicht nur von 2010 bis 2012 Präsident der deutschen Gesellschaft für Geriatrie, sondern von 2010 bis zum Eintritt in den Ruhestand auch Vorsitzender des FEK-Förderkreises war, lobte seinen Arbeitsplatz. Das FEK habe sich immer als Vorreiter um die Geriatrie gekümmert und setze sich nach wie vor für Nachwuchs ein.

Harald Held ist der letzte Chefarzt, „der noch einen Vertrag ohne meine Unterschrift hat“, wie Alfred von Dollen erklärte. Im FEK angefangen hat er am 1. Oktober 1992. Bereits 1995 wurde er zum Chefarzt ernannt. „An einem meiner ersten Arbeitstage hier bekam ich einen Arztbrief, der vor Tipp-Ex nur so starrte. Das gefiel mir ebenso wenig wie die Diagnose. Daher habe ich ihn durchgestrichen“, berichtete Held. Was er nicht bedachte: Anders als bei seinem vorherigen Arbeitgeber in Kiel hatte das FEK damals noch keinen Computer. „Die Sekretärin hat schon blöd geschaut, dass sie alles nochmal mit der Hand schreiben muss.“ Im Laufe der Jahre habe die Patientenzahl deutlich zugenommen, sagte er. „Früher kam vielleicht eine Handvoll, heute sind es schon mal über 70 pro Tag.“ Die Behandlungsmöglichkeiten hätten sich deutlich verbessert, die Medizin koste aber auch extrem viel, so der Chefarzt. Allein rund fünf Millionen Euro für Medikamente müsse das FEK pro Jahr in der onkologischen Ambulanz ausgeben.

Held will nun seine Französisch-Kenntnisse reaktivieren, Klavier lernen und seine Modelleisenbahn aufbauen. Für Hofmann stehen Reisen mit seiner Frau (zuerst nach Südafrika), Kochen und Fahrradfahren an. Beide wollen dem FEK aber ehrenamtlich erhalten bleiben.

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