ECE-Holsten-Galerie : Abschied vom ersten Riesen-Kran

Der rote Autokran  hob gestern von der Kaiserstraße aus Stück für Stück den ersten Kran vom Baustellengelände.
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Der rote Autokran hob gestern von der Kaiserstraße aus Stück für Stück den ersten Kran vom Baustellengelände.

Gestern wurde einer der Giganten auf der Holsten-Galerie-Baustelle demontiert. Viele Schaulustige beobachteten die Monteure in luftiger Höhe.

shz.de von
14. Januar 2015, 05:30 Uhr

Neumünster | Immer wieder reckten Passanten an der Kaiserstraße gestern ihre Köpfe gen Himmel, knipsten und staunten: Hoch oben auf dem Ausleger des Krans der Holsten-Galerie turnten zwei Männer, schraubten und kletterten in luftiger Höhe – in etwa 40 Metern. Nachdem zunächst der Orkan die Demontage verhindert hatte, ging es gestern Vormittag – erneut verzögert durch zu heftigen Wind – endlich los. Der erste Kran der Holsten-Galerie-Baustelle ist ab heute Geschichte.

60 Stundenkilometer oder mehr pusteten am Morgen: „Das ist grenzwertig, das ging nicht“, sagte Monteur Thomas Junge (50) von der Hamburger Firma Feurig. Ein fünfköpfiges Team war für die Demontage angerückt. Es gab ständigen Kontakt mit dem Wetterdienst, außerdem war oben auf dem Kran ein Windmesser angebracht und einer am Boden. Gegen 10.30 Uhr Entwarnung: Der Wetterdienst meldete eine Schneise mit etwa 25 Stundenkilometern. Monteur Alfred Thuleweit und ein weiterer Kollege lösten Schrauben und Kabel, legten die Ketten an, die Torsten Gatzke, der Kranführer des 300-Tonnen-Telekrans, zu ihnen heranschweben ließ.

„Man muss auf die Bewegungen der anderen Kräne achten, außerdem ist das Zusammenspiel mit dem Bodenpersonal wichtig“, sagte Thuleweit. Sicherheit ist am wichtigsten: „Man muss Respekt haben und man darf nie in Hektik verfallen. Die Zeit gibt man selbst vor. Außerdem ist man in der Regel immer angegurtet.“

Wichtig sind für die erfolgreiche Demontage zwei Aspekte: Die gute Zusammenarbeit im Team und immer die stabile Statik des Krans im Auge zu behalten. Erst wurden die Ballastgewichte auf der einen Seite, dann die Gegengewichte heruntergelassen. Ein Klotz wiegt 2,5 Tonnen. Es folgten der 50 Meter lange und acht Tonnen schwere Auslieger und der Gegen-Auslieger am frühen Nachmittag. Die Turmspitze wurde von der Fahrerkabine aus Sicherheitsgründen getrennt: „Das Ganze würde 8,5 Tonnen wiegen. So haben wir erst die Turmspitze mit 2,5 Tonnen, dann die Kabine mit 5 Tonnen“, erklärte Junge. Um 14.20 Uhr schwebte die Kabine am Kranhaken gen Boden, der gefährlichste Teil des Jobs war getan. Unten nahmen Thomas Junge, sein Kollege Christian Polak und weitere Helfer die Teile in Empfang, um sie auf Tieflader zu verstauen. Nur mit kleinen Handzeichen verständigte sich Junge mit dem Kranführer, der zentimetergenau die Betongewichte und die Teile des Ausliegers auf den Ladeflächen platzierte. „Ich kenne Torsten Gatzke schon seit 1990, wir arbeiten schon lange mit dieser Spezialkranfirma zusammen“, betonte Junge.

Heute werden noch Restarbeiten erledigt. Dann ist der erste Kran der Holsten-Galerie Geschichte.

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