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Holsteinischer Courier

18. August 2017 | 01:35 Uhr

Opel Lensch : Absage ans 20-Millionen-Projekt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der große Autohändler wollte im Gewerbepark Eichhof ein Autozentrum mit 200 Arbeitsplätzen errichten / Nun könnte auch der Firmensitz verlegt werden

Neumünster | Als das 1928 am Großflecken gegründete Autohaus Lensch in den 1970er-Jahren an die Altonaer Straße nach Wittorf zog, war rundherum noch grüne Wiese. Das sieht heute ganz anders aus. Das Firmengelände ist umbaut, mittlerweile sind an dem Standort alle Kapazitäten ausgereizt. Deshalb wollten die Geschäftsführer Dr. Hartmut und Arne Joswig ein neues Autozentrum mit 200 Arbeitsplätzen im Gewerbepark Eichhof errichten. Doch die Ratsversammlung entschied sich gegen das Familienunternehmen und für den Projektentwickler Log4Real (der Courier berichtete). Darüber sind die Brüder enttäuscht und denken nun auch über eine Verlegung des Firmensitzes in eine andere Stadt nach.

„Wir sind mit 120 Mitarbeitern, davon 75 in Wittorf, der zweitgrößte Opel-Vertriebspartner in Schleswig-Holstein und Hamburg und weiterhin auf der Erfolgsspur“, sagt Arne Joswig. Gerade in Neumünster werden auch besonders viele Wagen der Marke verkauft (siehe Infokasten). Geplant war daher, im neuen Gewerbepark an der A  7 auf 85  000 Quadratmetern ein Kompetenzzentrum rund um das Auto zu errichten. Neben dem Neuwagen-Verkauf sollten hier etwa Reifen eingelagert, Mietwagen ausgegeben und Reparaturen angeboten werden. Zudem wollten Hartmut und Arne Joswig eine Tankstelle und ein Bistro betreiben. „Wir hätten rund 20 Millionen Euro investiert und etwa 100 neue Arbeitsplätze geschaffen“, sagt Arne Joswig. Die Pläne schickten die Brüder auch an die Ratsfraktionen, doch zur Vorstellung eingeladen wurden sie nach eigenen Angaben nicht. „Wir müssen nun schauen, ob wir in einer anderen Stadt eine geeignete Immobilie finden“, sagt Arne Joswig. Dann würde das Autohaus Lensch + Bleck an der Wittorfer Straße nur noch eine Filiale werden, denn: „Ganz aus Neumünster weg wollen wir selbstverständlich nicht.“

Doch zunächst will das Unternehmen seine rund 8000 Quadratmeter große Immobilie an der Kieler Straße / Ecke Ilsahl nutzen. Aus dem ehemaligen Opel-Moritzen-Gebäude zieht zum Jahresende der Nissan-Händler Olympic Auto Park aus. „Die Mietverträge sind ausgelaufen“, sagt Arne Joswig. Der Verkaufsraum ist bereits geräumt. Die Filiale des Mietwagen-Anbieters Europcar bleibt jedoch erhalten. „Wir werden an dem Standort Werkstattleistungen anbieten, um den Engpass in unserem Haupthaus zu überbrücken“, erklärt Hartmut Joswig. Die neuen Firmenschilder sollen Mitte Januar montiert werden.

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras erklärte auf Nachfrage, er bedaure, dass sich die Ratsversammlung gegen Opel Lensch entschieden habe. Am 23. Dezember lief die Bewerbungsfrist für das 13  000 Quadratmeter große Gelände für den Rasthof mit Tankstelle im Eichhof aus. Nun entscheidet eine Jury über die Vergabe. Nach Courier-Informationen gibt es mehrere Bewerber (der Courier berichtete). Ob auch Lensch + Bleck dabei ist, ließen die Brüder Joswig offen.

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erstellt am 28.Dez.2016 | 09:00 Uhr

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