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ärger im Schwimmbad : Abnahme der Traglufthalle lässt auf sich warten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eigentlich sollte die neue Halle im Bad am Stadtwald schon vor zwei Wochen in Betrieb gehen, nun soll es Ende kommender Woche losgehen

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2014 | 06:45 Uhr

Neumünster | Stichtag für den Betriebsstart war eigentlich schon der 22. September: Doch noch immer ist die Traglufthalle über dem Sportbecken im Bad am Stadtwald geschlossen. Schulen und Vereine müssen auf die Halle oder das beheizte Nichtschwimmerbecken ausweichen. Eine einfache Erklärung gibt es nicht, denn die Ursachen für die Verzögerung sind vielfältig.

Stadtwerke-Sprecher Nikolaus Schmidt zählt sie auf: ein vergesslicher Ingenieur, zu späte Kommunikation zwischen Stadt und Stadtwerken, eine schludrig arbeitende Aufbaufirma sowie Ungereimtheiten bei der Statik. „Eines steht jedenfalls fest: Diesmal sind wir nicht der Buhmann“, so Schmidt.

Das Dilemma begann schon kurz nachdem im vergangenen Jahr eine neue Traglufthalle angeschafft werden musste, weil Orkan „Christian“ die alte zerstört hatte (der Courier berichtete). „Wir sind davon ausgegangen, dass es im Genehmigungsverfahren mit der neuen Halle genauso abläuft wie mit der alten“, sagt Schmidt. Doch das sah die Bauaufsicht im Frühjahr offenbar anders. Sie forderte einen geänderten Bauantrag. „Recht spät“, wie Schmidt mit bitterer Stimme anmerkt. Die Stadtwerke beauftragten daraufhin einen Neumünsteraner Ingenieur. Doch dieser vergaß die Arbeit, konnte im September die geforderten Unterlagen nicht vorlegen. Um den Betrieb der Halle überhaupt aufnehmen zu können, beantragten die Stadtwerke nun eine Genehmigung für sogenannte „fliegende Bauten“. Diese werden normalerweise für Zirkusse erteilt und gelten maximal sechs Monate.

„Immerhin können wir den Betrieb damit bis 1. April garantieren“, sagt Schmidt. Doch auch das verlief nicht ohne Probleme. Die Aufbaufirma hielt plötzlich Termine nicht ein und lieferte wichtige technische Installationen zu spät. Zudem hakte es laut Janin Stolten vom Fachdienst Zentrale Verwaltung bei der Statik. Das von der Stadt beauftragte Ingenieurbüro Groth und Bruhn, das auch das Gerüst am Rathaus überprüft, gab kein Okay.

Viele Besucher der Einrichtung am Hansaring sind irritiert und frustriert. Einer der Betroffenen ist Dirk Reinke (49). Zwei Mal die Woche schwimmt er mit einem Tauchclub im Bad am Stadtwald. „Normalerweise sind wir um diese Zeit schon in der Traglufthalle. Die vergangenen Wochen mussten wir nun in der Halle trainieren. Statt 50 Meter hatten wir dort nur abgesperrte 25-Meter-Bahnen und kamen immer wieder mit den Badegästen ins Gehege. Das war für keine Seite schön“, sagt er. Vom Bad hätte sich der Gadelander mehr Aufklärung gewünscht: „Man sieht die Halle dort stehen, weiß aber nicht, warum man da nicht rein darf.“

Nun zeichnet sich endlich ein Ende der Posse ab. Am kommenden Mittwoch überprüfen Bauaufsicht, Statiker und Tüv die Halle. „Wir hoffen, dass sie dann freigegeben wird“, so Schmidt.

Standpunkt

Nein, durch die fehlende Traglufthalle  sei weder Schul- noch Vereinsschwimmen ausgefallen, versichern die Stadtwerke. Das gute und warme Spätsommer-Wetter entspannte die Lage, es konnte auf das Nichtschwimmerbecken ausgewichen werden. Dennoch: Die Traglufthalle bringt dem Bad am Stadtwald offenbar kein Glück. Gut, dass sich Bad-Chef Tom Keidel schon mal Gedanken um einen festen Bau gemacht hat. Plan B steht.

 

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