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In der Dämmerung : Abends haben die Einbrecher wieder Saison

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schon 34 Einbrüche seit dem 1. Oktober in Neumünster

von
erstellt am 19.Nov.2015 | 18:00 Uhr

Neumünster |  Mit der dunklen Jahreszeit hat offenbar auch in Neumünster wieder die Saison für Einbrecher begonnen. Erst am vergangenen Wochenende wurde den Ermittlern aus Einfeld ein typischer Fall gemeldet: Gegen   18.30 Uhr wurde eine Frau, die mit ihrem Hund unterwegs war, auf zwei Männer aufmerksam, die sich gegenüber vom Imbiss an der Ecke Dorfstraße/ Neue Straße  an den Fenstern eines Hauses zu schaffen machten.   Die Frau schlug im Imbiss Alarm. Als der Inhaber gemeinsam mit einem Kunden  nach dem Rechten sah, flüchteten die  Täter. Laut Polizeisprecher Rainer Wetzel  hatten sie gerade versucht, ein Fenster aufzuhebeln. Die Bewohner des Hauses, die  nicht zu Hause waren, hatten also noch einmal Glück.

Die Sache ist kein Einzelfall.  Insgesamt 34 Einbrüche zählte die Polizei vom 1. Oktober bis zum 15. November dieses Jahres im gesamten Stadtgebiet; zehn davon ereigneten sich zwischen 16.30 Uhr und 20 Uhr.  Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen der Einbrüche in diesem Zeitraum insgesamt zwar ein wenig zurückgegangen.  Von Anfang Oktober  bis Mitte November 2014 waren 36 Einbrüche angezeigt worden.  Allerdings nahm die Zahl der Dämmerungseinbrüche in diesem Jahr zu. Im Vorjahr wurde bis Mitte November nur eine  für die dunkle Jahreszeit so typische  Tat angezeigt. „Das ist ungewöhnlich wenig gewesen“, erklärte Polizeisprecher Rainer Wetzel. Die zehn Dämmerungseinbrüche aus diesem Jahr hingegen hält er eher für eine realistische Größe.  „Wir rechnen in der dunklen Jahreszeit vor allem vor Weihnachten mit weiteren Fällen dieser Art“, erklärte der Sprecher. In den Wochen vor dem Fest sind auch viele Neumünsteraner am späten Nachmittag und frühen Abend nicht zu Hause, sondern erledigen Einkäufe, besuchen Adventsfeiern oder bummeln nochmal über den Weihnachtsmarkt. „Diese Gelegenheit nutzen  die Täter im Schutz der Dämmerung   aus, zumal sie vor Weihnachten auf Bargeld, Schmuck oder teure Technik im Haus oder der Wohnung hoffen“, erläuterte Wetzel. 

Besondere Tätergruppen sind laut Polizei  in Neumünster zurzeit nicht aktiv. „Wir haben keine Hinweise auf   Bandentätigkeiten“, hieß es. Die Polizei in der Stadt hat  sich die Bekämpfung der Einbruchskriminalität zurzeit besonders auf die Fahnen geschrieben, nachdem  die Zahl der Wohnungseinbrüche im gesamten Jahr  2014 mit 272  Taten  im Landesvergleich auf einem hohen Niveau lag. Besonders intensive  Spurensicherung und Zeugenbefragungen sollen unter anderem Abhilfe schaffen. Ergebnisse der Arbeit wird es  Anfang 2016 nach Auswertung der Statistik geben.

Doch auch die Neumünsteraner können einiges tun, um ihr Eigentum zu schützen. Rainer Wetzel  empfiehlt, es den Einbrechern nicht zu einfach zu machen und Türen und Fenster  immer komplett zu schließen, wenn niemand daheim ist. Auch Sicherheitstechnik  wie Bewegungsmelder oder  abschließbare Fenstergriffe können helfen. „Doch am wichtigsten sind aufmerksame Nachbarn“, so Wetzel.   Das hat sich ja auch in Einfeld gezeigt.

Hinweise zu dem Einbruch in Einfeld erbittet die Polizei unter Tel. 9450.

Kommentar von Dörte Moritzen:

Wegsehen ist keine Option

Ein Einbruch in die eigenen vier Wände verunsichert die Opfer oft sehr.  Um so wichtiger ist es deshalb, dass diese Taten so selten wie möglich geschehen.  Die Schwerpunktarbeit der Polizei  ist also nur zu begrüßen. Allerdings sind verantwortungsvolle  Mitmenschen, wie zum Beispiel die Nachbarn in Einfeld, ebenso wichtig. Denn die Ermittler können nur zügig tätig werden, wenn sie schnell Informationen bekommen. Wegsehen ist keine Option.

 

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