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Abfallhof : Ab in den Müll: Ferienzeit ist Ausmistzeit

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Beim Abfallhof in Wittorferfeld ist in den Sommerferien richtig viel los. Rund 30 Prozent mehr Abfälle werden von Privatleuten gebracht.

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2015 | 09:00 Uhr

Neumünster | „Und was machst Du so im Urlaub?“ Wer das gefragt wird, berichtet wahrscheinlich über seine anstehende Erholung auf Bali, den Balearen, in Bayern oder Balkonien. Vielleicht noch über den Anbau oder die Terrasse, die in Eigenregie gebaut werden sollen. Aber seltener hört man: „Ich räume endlich mal den Dachboden auf und miste den Keller aus.“ Doch genau das scheinen die Neumünsteraner zu tun. Denn das Abfallwirtschaftszentrum der Stadtwerke (SWN) in Wittorferfeld verzeichnet seit Ferienbeginn deutlich steigende Anlieferungen von Privatleuten.

Statt im Schnitt 130 Fahrzeuge pro Tag fahren nun  gut 170 an der Eingangskontrolle vorbei. Entsprechend prozentual steigt auch die Müllmenge. Anstelle von normalerweise 12 Tonnen Restmüll bringen die Bürger jetzt gut 15 Tonnen täglich am Padenstedter Weg  vorbei. „Das geht durch alle Bereiche von Sperrmüll über Plastikmüll bis hin zu  Bauschutt, Pappe und Elektroschrott. Man merkt: Die Leute nutzen den Urlaub zum Aufräumen“, sagt Dr. Norbert Bruhn-Lobin. Er ist Geschäftsführer der SWN-Entsorgung GmbH, die den Interkommunalen Recyclinghof zusammen mit dem Wege-Zweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg betreibt.

  Die Entsorgung vieler Sachen ist kostenlos. Dazu zählen Pappe, CDs, Altglas, Elektronikschrott, Haushaltsgeräte, Metalle, Schaumdosen, Schadstoffe, gelbe Säcke oder Energiesparlampen und Tonerkartuschen. Für Rest- und Baumischabfälle werden bis maximal 50 Liter 4 Euro, für einen Kofferraum mit 300 Litern 9 Euro an Gebühren fällig. Wer mehr bringt, zahlt  18 Euro. Gartenabfälle und unbelasteter mineralischer Bauschutt kosten bis 300 Liter 3,50 Euro,  bis 600 Liter 7 Euro. Größere Mengen werden  nach Gewicht über  die Waage am Eingang abgerechnet.

Im System der Mechanisch-Biologischen Abfallverwertungsanlage (MBA) auf dem Gelände machen sich die größeren Mengen  Müll vom Recyclingplatz übrigens  nicht bemerkbar. Sie ist dafür ausgelegt, 1000 Tonnen am Tag aus ganz Schleswig-Holstein zu sortieren. Ob nun  vom hauseigenen Platz zehn oder zwölf Tonnen eingehen, fällt da nicht wirklich auf. 

Bruhn-Lobin erlebt aber täglich, dass viele Kunden nach der Entladung richtig erleichtert sind: „Die Menschen sortieren gerne ihren Müll und bringen ihn weg. Das ist für die meisten ein Erfolgserlebnis, wenn sie wissen, dass ihr Abfall richtig entsorgt  und zum großen Teil wiederverwertet wird. Man kann fast sagen, viele haben eine Bindung zu ihrem Müll aufgebaut“, sagt er schmunzelnd. Wiederverwertung wird in Wittorferfeld groß geschrieben.  2014 wurden insgesamt 11500 Tonnen Abfall angeliefert, von Januar bis Ende Juli dieses Jahres waren es bereits 6000. Nur 840 Tonnen davon wurden in der hauseigenen TEV-Anlage verbrannt oder auf der Deponie gelagert. „Der Rest geht wieder in den Wirtschaftskreislauf“, sagt Bruhn-Lobin. Ein Beispiel: Aus dem Rahmen eines alten Holzfensters etwa werden Spanplatten, aus dem Kunststoff eines Kunststofffensters PVC-Rohre. In beiden Fällen würde das Scheibenglas auf der Deponie landen.

Angenommen wird in Wittorferfeld übrigens fast alles: „Nur bei kompletten Autos, Nuklearabfällen und Tierkadavern müssen wir leider auf andere Spezialisten verweisen“, sagt Bruhn-Lobin.

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