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Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 11:20 Uhr

Lütjenstrasse : Ab Frühjahr wird es eng

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadt beginnt mit der Sanierung des Kanalsystems. Ein gemeinsames Vorgehen mit den Stadtwerken ist offenbar geplatzt.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die Lütjenstraße wird voraussichtlich ab 2018 ein gelbes Pflaster bekommen – so wie der Kleinflecken. Das kündigte Ralf-Joseph Schnittker am Donnerstagabend im Bau- und Vergabeausschuss an. Der Fachdienstleiter Tiefbau erläuterte den Kommunalpolitikern, in welchen Schritten die historische Fußgängerzone saniert werden soll.

Bereits ab kommenden Frühjahr sind erste Maßnahmen geplant. Dann will die Stadt von „Kopflöchern“ aus das Schmutzwasser-Kanalsystem im sogenannten Inliner-Verfahren ausbessern lassen. Dabei führen Fachleute einen mit flüssigem Kunstharz getränkten Schlauch oder ein Glasfasergewebe in das Rohrsystem ein. Das Kunstharz verteilt sich auf den Innenwänden des Kanals und härtet dort aus. Es verschließt dabei Löcher und Risse, das Rohrsystem wird wieder dicht. Der Einsatz von Baggern sei wegen der Fülle an Rohren und Leitungen unter der Erde kaum möglich, sagte Schnittker. Dafür wird das Pflaster an einzelnen Stellen entnommen, und anschließend werden per Hand Baugruben bis zu den Leitungen gebuddelt. Die Beeinträchtigungen für Passanten und für die Geschäfte sollen sich dadurch in Grenzen halten.

Außerdem spare es Zeit, wenn 2018 dann die Stadtwerke das Fernwärmenetz erneuert, meinte Schnittker. Das sieht Nikolaus Schmidt, Sprecher der Stadtwerke, auf Nachfrage nicht ganz so: „Ursprünglich war ein gemeinsames Vorgehen in der Lütjenstraße vorgesehen. Das war aber der Stadt zu zeitaufwändig, denn es hätte die Maßnahme deutlich verlängert“, sagte er. Deshalb wollen die Stadtwerke nun 2018 das Fernwärmenetz in Eigenregie modernisieren – und zwar Versorgungsleitungen und Hausanschlüsse, was zu deutlichen Behinderungen führen könnte. „Für uns wäre es am einfachsten, wir machen die gesamte Straße auf und schauen dann mal, was da so liegt. Aber dann könnte da für einige Zeit auch niemand mehr durch“, erklärte Schmidt. Ob es tatsächlich so kommt, steht seinen Aussagen nach noch aus. „Die Feinplanung hierfür liegt noch nicht vor.“

Der Knackpunkt, den Reinhard Ruge (FDP) im Ausschuss bemängelte: Das Pflaster muss zweimal aufgenommen werden. „Das hat mit Baukoordination wieder einmal nichts mehr zu tun“, kritisierte er.

SWN-Sprecher Schmidt kündigte zudem an, dass die Fernwärmeleitung über den Großflecken inklusive der Hausanschlüsse im kommenden Jahr in zwei Schritten verlegt werden soll. Vor der Holstenköste soll das vom Rathaus bis zum Klatsch-Palais passieren. Dann wird es eine Baupause geben. Und danach wird vom Klatsch-Palais bis zur Kieler Brücke weitergemacht. Die Maßnahme sei mit allen Abteilungen der SWN abgestimmt. So sollen auch Telefonleitungen mit verlegt werden.

Im Ausschuss gab es noch einige weitere Fragen, die nun aber der zuständige Planungs- und Umweltausschuss beraten soll. Dessen Vorsitzender Axel Westphal kündigte an, die Themen Lütjenstraße und Großflecken in der nächsten Sitzung zu behandeln.



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